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Hauptpost geschlossen, Kunden verwundert - Was ist passiert?

Für viele noch „Hauptpost“: die Postbank am Willy-Brandt-Platz.
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Für viele noch „Hauptpost“: die Postbank am Willy-Brandt-Platz.

Die „Hauptpost“ am Bahnhof, so der Volksmund, ist für manchen immer noch die zentrale Anlaufstelle in Sachen Brief- und Paketverkehr in Hamm. Wenn hier am Vormittag plötzlich geschlossen ist und ein schlichter Aushang ohne Begründung darauf hinweist, verwundert das.

Hamm - Dabei ist die klassische „Post“ schon lange Postbank (zu 100 Prozent Deutsche Bank) geworden und im Prinzip wenig anders als der Kiosk an der Ecke, der als Partner Post-Dienstleistungen anbietet. Der Grund für die Schließung am Mittwochvormittag seien kurzfristige Personalausfälle gewesen, teilte ein Sprecher der Postbank mit.

Ein Zusammenhang mit der generellen Personalsituation oder grundsätzlicher Personalknappheit bestehe nicht. Eine Infektion mit dem Coronavirus habe nicht vorgelegen. „Personalausfälle können unter Normalbedingungen oft durch Maßnahmen in der Personalplanung aufgefangen werden. So zum Beispiel durch Springer oder durch Vertreter aus anderen Filialen“, sagte der Sprecher. Dies sei derzeit wegen des erhöhten Infektionsrisikos und der damit verbundenen Regelungen zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus und deren Ausbreitung, nur eingeschränkt möglich.

Für die Kunden am Mittwoch hieß es also wiederkommen um 14.30 Uhr nach der Mittagspause oder für klassische Postdienstleistungen einen anderen Standort suchen. Apropos Mittagspause: Diese gönnt die Postbank Mitarbeitern und Kunden als Corona-Schutzmaßnahme seit November 2020. Die angepassten Öffnungszeiten sollen voraussichtlich bis Ende Juli 2021 gelten. „Die Postbank kommt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post dem gesetzlich verankerten Grundversorgungsauftrag mit postalischen Dienstleistungen unverändert nach“, so der Sprecher.

Die Hauptpost in Hamm ist eigentlich gar keine Hauptpost

Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Deutsche Post nur noch drei eigene Filialen an prominenten Standorten wie zum Beispiel im Regierungsviertel in Berlin oder in der Konzernzentrale in Bonn betreibe. Alle anderen Filialen, die Kunden gemeinhin als „Post-Filiale“ bezeichnen, würden von Kooperationspartnern der Post betrieben. Das bestätigt Post-Pressesprecher Rainer Ernzer, der unter anderem für den Bereich Hamm zuständig ist. „Ein reiner Postfilial-Betrieb wäre nicht wirtschaftlich“, sagt er. Dies funktioniere aber gut mit anderen Partnern. Vieles – wie die kurzfristige Schließung in Hamm – falle auf die Deutsche Post zurück, sei aber Postbank-Angelegenheit. Das Personal ist bei der Postbank angestellt. Sein Tipp: auf postfinder.de nachschauen, welcher Standort bis wann Einsendungen abholt.

Öffnungszeiten

Die Postbank am Willy-Brandt-Platz („Hauptpost“) hat für Bank- und Post-Geschäfte montags bis freitags von 9 bis 13 und 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Filialfinder: postfinder.de.

Kuriose Erkenntnis: Es gibt Paketshops, zum Beispiel an der Westhofenstraße 9 in Hamm-Mitte, die täglich längeren Einsendschluss für Pakete haben als die sogenannte „Hauptpost“. Das habe vermutlich mit den Fahrrouten zum Paketzentrum in Hagen zu tun, so Ernzer.

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