Tularämie / Hasenpest

Vorsicht vor toten Hasen in der freien Natur

Ein Feldhase auf freiem Feld
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Quicklebendig stellen Hasen für den Menschen in der Regel keine Gefahr da – an der Hasenpest verendeten Tieren sollte man aber nicht zu nahe kommen.

Hamm – Finger weg von toten Hasen, die in der Natur liegen: Sie könnten an Tularämie - landläufig bekannt als Hasenpest - verendet sein, die auf den Menschen übertragbar ist.

Laut Robert-Koch-Institut endet sie in 60 Prozent der Fälle für den Menschen tödlich, wenn die Tularämie unbehandelt bleibt. Der Hegering Werl hatte um Weihnachten einen Fall von Hasenpest an das zuständige Veterinäramt gemeldet. In Hamm war der jüngste Fall am 25. September 2020 gemeldet worden, teilte Stadtsprecher Tobias Köbberling auf WA-Anfrage mit. Gefunden wurde das Tier im Bereich Wambelner Berg, also nahe zur Stadtgrenze Werl. Auch Helmut Nordhaus, dem Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Hamm, sind keine aktuelleren Fälle bekannt. Auch er warnt davor, toten Feldhasen zu nahe zu kommen, das gelte auch für Hunde. Entsprechende Funde sollen dem Veterinäramt oder dem örtlichen Revierpächter gemeldet werden.

Hasenpest tritt nur vereinzelt auf

Die Hasenpest tritt in der Regel vereinzelt auf, weil es sich bei Feldhasen außerhalb der Paarungszeit (Frühjahr bis etwa Ostern) um Einzelgänger handelt, die halboffene Landschaften mit Hecken und Büschen sowie lichte Wälder bevorzugen. Ihr Bestand ist wegen der intensiven Landwirtschaft in den vergangenen Jahren stark rückläufig. Feldhasen sind laut Deutscher Wildtierstiftung standorttreu und bleiben ihr Leben lang in einem Revier.

Die krankheitsauslösenden Bakterien können durch direkten Kontakt sowie von blutsaugenden Parasiten wie Flöhen, Läusen, Wanzen, Milben, Zecken und Mücken übertragen werden, aber auch über Schlamm und verunreinigtes Wasser sowie durch den Verzehr infizierten Fleisches. Laut der Jägerzeitschrift „Wild und Hund“ ist die Verbreitung von Tularämie selten; in ganz Deutschland würden jährlich 20 bis 40 Fälle gemeldet.

Ansteckung bei Haustieren ist selten, aber nicht ausgeschlossen

Haustiere (Hunde, Katzen) infizieren sich laut Dr. Herbert Tomaso vom Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, nur selten mit Tularämie. Dass sich Stallkaninchen infizieren, ist nicht ausgeschlossen, aber äußerst selten. In gefährdeten Gebieten soll deren Freilauf so abgesichert werden, dass ein Kontakt zu wild lebenden Nagetieren (auch Mäusen) nicht möglich ist. Futter sollte vor einer möglichen Kontamination geschützt werden. Birgit Dobslaff, der Vorsitzenden des Kreisverbands Hamm im Landesverband Westfälischer Rassekaninchenzüchter, ist kein Fall bekannt, dass in Hamm Kaninchenzüchter betroffen gewesen wären.

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