Bei Bier, Limo, Schwein

Das Hardy‘s macht auf Bio - neues Siegel zum Neustart

Bio-Siegel für das Hardy‘s.
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Jutta Elbers und Hartmut „Hardy“ Weiß wollen im Betrieb anwenden, was für sie zuhause bereits gelebte Normalität ist.

Vom Bier über die Limo bis zum Schweinesteak: Das Hardy‘s in der Oststraße will „Bio werden“. Für das Zertifikat haben die Betreiber einiges getan.

Hamm – Aufgeben gibt‘s nicht für Jutta Elbers und Hardy Weiß. Die Betreiber des „Hardy‘s“ zählen zu den Stehaufmännchen der Hammer Gastro-Szene. Außer-Haus-Verauf, Suppenküche, treue Gäste in Öl, gemalt von Jutta Elbers, und dann die 27 täglichen Videos im ersten Lockdown bis Facebook sie wegen der Hintergrundmusik stoppte. Wer nun glaubt, dass alles wieder so wird wie früher, der irrt. Es soll besser werden. Das Hardy‘s ist nun Bio-zertifiziert, gut möglich, dass weitere Gütesiegel hinzukommen.

Nach Lockdown: Bio-Siegel für das Hardy‘s

„Ohne den Lockdown hätten wir vielleicht nicht so schnell umgestellt. Aber wir hatten Zeit, uns Gedanken zu machen. Die Idee, das Hardy‘s mehr an unserer eigenen Art zu leben auszurichten, haben wir umgesetzt, weil wir darauf vertrauen, dass unsere Gäste den Schritt mitgehen“, sagt Jutta Elbers.

Hardy‘s macht auf Bio: Gut vorbereiteter Schritt

Und dieser Schritt ist gut vorbereitet: Einmal bat das Paar auf dem Bio-Hof Damberg um eine eingehende Führung, zweimal besuchte es die Biofleisch NRW e.G. in Bergkamen, von der das im Hardy‘s verwendete Fleisch künftig kommt.

Vor dem Lockdown wurde im Hardy‘s noch Duke of Berkshire-Fleisch serviert. Wenn es denn doch mal nicht vegetarisch sein sollte, dann doch wenigstens Schweinefleisch aus guter Haltung in gehobener Qualität. Leider fehlte dem Lieferanten das Bio-Siegel, bedauern die Gastwirte. Nun kommen also Bunte Bentheimer und Deutsche Sattelschweine auf den Tisch. Als Gastwirt Bio-zertifiziert zu werden, bedeutet weitere Anstrengungen und Kooperationspartner: Im Ausschank finden sich Bio-Limonaden der Marken Fritz und Bionade und bei den drei Bio-Weinen ist jede Farbe vertreten. Einzigartig für Hamm ist nun der Bierausschank: Die Münsteraner Brauerei Pinkus ist mit Hefe-Weizen, Alt, Malz und ihrem Alkoholfreien im Sortiment vertreten.

Das Hardy‘s öffnet Ende Mai wieder.

Ein Blick auf das Klemmbrett, das künftig die Karte ersetzt, beruhigt: Hardy‘s bleibt erschwinglich. Klar auch, dass Jutta und Hardy persönliche Lieblinge im Programm haben: „Den gratinierten Ziegenkäse, die Linguine, gerne mit Ingwermöhren und Parmesan und natürlich Nackensteak“, zählt Jutta Elbers auf. In der Küche wird Chef Michael weiterhin von bewährten Kräften unterstützt: „Die Kurzarbeit hat es uns glücklicherweise ermöglicht, das Team zu halten“, freut sich Hardy.

Im Service-Bereich sieht das hingegen ganz anders aus: Seit März fahndet das Hardy‘s bei Facebook nach jungen Kräften. „Bislang hat sich bei uns keiner gemeldet. Wir sind echt in Not“, sagt Elbers, die immerhin in den kommenden Tagen ein Vorstellungsgespräch führen wird. Hardy selbst hat an der Hammer Hochschule recherchiert, wo die jungen Leute sind: „Ich habe mich mit einem Studenten unterhalten und der sagte, dass sehr viele wieder nach Hause gezogen sind und die Vorlesungen online besuchen.“ Nun setzt das Gastronomen-Paar auf die Abiturienten.

Die Öffnungszeiten werden sich einspielen müssen. Klar ist, dass bereits ab 16 Uhr statt ab 17 Uhr geöffnet wird. Neuerdings wird es dann frische Waffeln zum Heißgetränk geben. Die Küche öffnet ab 17 Uhr; freitags und samstags gibt es warmes Essen bis 21 Uhr; an den übrigen Tagen bis 20.30 Uhr. Sollte es Ausgangssperren oder Sperrstunden geben, wird das Hardy‘s darauf reagieren. Ruhetag ist der Sonntag. In jedem Fall sollte man vorher reservieren. Schon jetzt gibt es Vorbestellungen.

Rund 60 Leute können im Außenbereich des Hardy‘s bewirtet werden, so denn die Zahlen die Öffnung erlauben. Die letzte „echte“ Speisekarte wurde im März vergangenen Jahres gedruckt. Kostenpunkt: 600 Euro. Zum Einsatz gekommen ist sie nie. „Also machen wir das jetzt über Zettel. Die können wir hinterher dann wegwerfen und müssen nicht desinfizieren“, sagt Elbers, die viele Stunden damit verbringt, sich in Verordnungen einzulesen.

Denn auch drinnen möchte man bald wieder Gäste empfangen – mit entsprechendem Abstand natürlich.

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