Handelshof hat Angst vor einem neuen Lockdown

Kevin Reschkowski ist Geschäftsleiter des Handelshofes in Hamm Bockum-Hövel. Er hofft, dass es nicht zu einem neuen Lockdown kommt.
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Kevin Reschkowski ist Geschäftsleiter des Handelshofes. Er hofft, dass es nicht zu einem neuen Lockdown kommt.

Der Handelshof in Bockum-Hövel hat sich vor allem auf Gastronomie-Kunden spezialisiert. Aufgrund von Corona hatten Hotels, Gaststätten und Restaurants jedoch lange geschlossen. Das war auch eine schwierige Zeit für deren Zulieferer aus dem Großhandel. Wie der Handelshof in Hamm durch diese Zeit gekommen ist, berichtet Geschäftsleiter Kevin Reschkowski im Interview mit Joachim Best.

Wie stark hat den Handelshof die zwangsweise Schließung der Gastronomiebetriebe während des Corona-bedingten Lockdowns getroffen? Wie groß war der Umsatzrückgang dieser Kunden?

Die Schließung der Gastronomie hat uns als Lieferant der Gastronomie natürlich besonders stark getroffen. Viele Kunden mussten komplett schließen, andere haben ihr Angebot auf den Außer-Haus-Verkauf erweitert, um so ein paar Umsätze generieren zu können, welche aber meist nicht annähernd den Umsatz eines normalen Tagesgeschäfts auffangen konnten. Somit hatten wir ebenfalls mit extremen Umsatzrückgängen zu kämpfen. Auch die temporäre Öffnung für Endverbraucher konnte den Umsatz nicht kompensieren.

Welche Warengruppen waren davon besonders betroffen?

„Dies zieht sich durch das komplette Sortiment, besonders stark natürlich den Bereich der Großverbraucher. Hier stand die Ware teilweise komplett still in den Regalen, so dass wir schließlich auch mit MHD-Problemen zu kämpfen hatten.“

Um die Grundversorgung zu sichern, durfte der Handelshof auch für Endverbraucher öffnen. Wie lange galt diese Regelung?

Diese Regelung galt bis zum 11. Juni 2021, seitdem dürfen wir nicht mehr an diese Kundengruppe verkaufen.

Wie rege haben die Endkunden die Gelegenheit genutzt, auch im Großhandel einkaufen zu können? Haben Sie dazu Zahlen?

Das Angebot wurde gerade hier bei uns in Hamm sehr gut angenommen. Wir konnten täglich einige Kunden begrüßen, gerade an den Wochenenden wurde der Handelshof von der Kundengruppe sehr gut besucht.

Können Sie sagen, welche Dinge die Endverbraucher besonders nachgefragt haben im Unterschied zu den gewerblichen Kunden?

Unsere Frischeabteilungen wie Obst und Gemüse, Fisch, aber gerade unsere Fleischabteilung wurde gezielt von der Kundengruppe nachgefragt. Die Auswahl, die dem Kunden hier geboten wird, ist im Einzelhandel schwierig zu finden. Auch der Bereich Wein und Süßwaren mit unserer Vielfalt wurde vom Kunden sehr gut angenommen.

Wie sehr hat Ihnen das Geschäft mit den Endkunden geholfen, durch die Corona-Zeit zu kommen? Können Sie den Umsatz mit ihnen auch beziffern?

Das hat insgesamt natürlich geholfen, diese schwierige Zeit zu überstehen. Wie bereits erwähnt, konnten wir hier ein Teil des Umsatzes auffangen, bei Weitem aber nicht alles kompensieren.

Haben Sie auch eine Rückmeldung von den Endverbrauchern bekommen, wie sie den Einkauf im Handelshof beurteilen?

Die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, waren überwiegend sehr positiv. Den Kunden hat die Auswahl in den verschiedenen Warenbereichen sehr gefallen. Die Beratung und die Freundlichkeit unserer Mitarbeiter haben dies zusätzlich unterstützt. Durch die Größe des Marktes und die breiten Gänge konnten hier die nötigen Sicherheitsabstände meist problemlos eingehalten werden. Solche Aspekte sind in Zeiten der Pandemie natürlich von besonderer Bedeutung.

Hat sich der Umsatz inzwischen normalisiert?

Wir sind auf einem guten Weg, wieder die Umsätze zu erzielen, die wir vor der Pandemie getätigt haben. Gerade im Bereich des Liefergroßhandels steigen die Umsätze kontinuierlich. Aber auch in der Abholung normalisiert sich das Geschäft wieder, wobei wir hier natürlich auch die aktuell andauernden Sommerferien merken.

Wie hat der Handelshof die Corona-Pandemie überstanden?

Natürlich sind wir von der Pandemie stark getroffen worden. Insgesamt, würde ich behaupten, sind wir mit einem „blauen Auge“ davongekommen und haben die Zeit, so gut es ging, hinter uns gebracht. Wichtig ist, dass es zu keinem erneuten Lockdown kommt und wir die Pandemie in den Griff bekommen.

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