Handel mit gestohlenen Reifen und Felgen

Autoteilediebstahl bei Potthoff: Händler und Kaufmann vor Gericht

Im Autohaus Potthoff wurden im Februar und April 2018 Felgen samt Reifen von Luxuskarossen geklaut. Ein Ahlener und sein Hammer Geschäftspartner, bei dem ein Radsatz auftauchte, stehen nun vorm Amtsgericht.
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Im Autohaus Potthoff wurden im Februar und April 2018 Felgen samt Reifen von Luxuskarossen geklaut. Ein Ahlener und sein Hammer Geschäftspartner, bei dem ein Radsatz auftauchte, stehen nun vorm Amtsgericht.

Vier Felgen samt Reifen könnten einem Ahlener Autoteilehändler zum Verhängnis werden. Der Radsatz, den der Mann in einer Werkstatt eingelagert hatte, ist Ermittlern zufolge einer von 30, die 2018 im Bockum-Höveler Autohaus Potthoff gestohlen wurden.

Hamm – Der Ahlener und sein Hammer Geschäftspartner müssen sich dafür seit gestern vor dem Hammer Amtsgericht wegen gewerbsmäßigem Diebstahl verantworten.

Bei Potthoff waren im Februar und April 2018 Radsätze gestohlen worden, die Kunden dort eingelagert hatten. Den Neuwert der Fahrzeugteile beträgt rund 60000 Euro. Ein Strafverfahren gegen zwei Verdächtige läuft. Zusätzlich stehen nun ein 37-jähriger Autoteilehändler aus Ahlen und ein 35-jähriger Einzelhandelskaufmann aus Hamm vor Gericht. Sie sollen gestohlene Radsätze gekauft und angeboten haben, der Ahlener über Ebay, der Hammer als Mitinhaber einer Tuning-Firma. Beide weisen die Vorwürfe zurück.

Eingelagerte Felgen werden zum Verhängnis

Die Spur zu dem Ahlener führte für die Ermittler über einen Verdächtigen, der die gestohlenen Radsätze abtransportiert haben soll. Beide Männer sollen in der Nacht des zweiten Diebstahls mehrmals miteinander telefoniert haben.

Dem 37-jährigen gelernten Kfz-Mechaniker lässt sich auch der einzige Radsatz zuordnen, der nach den Diebstählen wieder aufgetaucht ist: Die Polizei stellte Felgen und Reifen in einer Beckumer Autowerkstatt sicher, in der der 37-Jährige zeitweise beschäftigt war und regelmäßig Reifen einlagerte.

Er bestreite nicht, dass jene Felgen aus einem Diebstahl stammten, sagte der Ahlener in der gestrigen Verhandlung; wie sie in seinen Besitz kamen, könne er aber nicht mehr nachhalten; es sei wohl das „schwarze Schaf“ unter seinen zahlreichen Transaktionen.

Digitale Nachrichten als Beweismittel

Auch für Whatsapp-Nachrichten zwischen den beiden Angeklagten, die Ermittlern verdächtig vorkamen, hatten die beiden Männer Erklärungen parat: Man kaufe und verkaufe immer wieder Autoteile, schicke sich deshalb monatlich hunderte Nachrichten. Nicht alles, was da zu lesen sei, müsse man wörtlich nehmen.

Ein Reifenkauf über 5000 Euro, den der Ahlener seiner Frau in der Nacht des zweiten Potthoff-Diebstahls ankündigte, sei in Wirklichkeit nur ein Gebot gewesen, eine gleichzeitig angekündigte zügige Lieferung sei von einem Autohaus gekommen. Eine entsprechende Rechnung konnte er allerdings nicht vorlegen.

Prozess wird fortgesetzt

Den Vorsitzenden Richter überzeugte das nicht: Mehrmals mahnte er ein Geständnis der Angeklagten an, insbesondere der Ahlener müsse mit einer Gefängnisstrafe rechnen, der Hammer könne vielleicht mit einer Geldstrafe davonkommen.

Die Angeklagten ließen sich davon nicht beeindrucken, verlangten vielmehr, die vollständigen Whatsapp-Protokolle vorzulegen, um zu zeigen, dass die Staatsanwaltschaft sie in falschem Licht darstelle. Damit konnten sich auch Richter und Staatsanwältin anfreunden, allerdings in der Erwartung, mehr belastendes Material zu finden. Der Prozess wird am 20.Mai fortgesetzt.

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