Einzelhandel hat keine Lieferengpässe

Coronavirus: Hamsterkäufe in Hamm - Bitte bleiben Sie cool!

So leer wie hier sah es am Wochenende in zahlreichen Hammer Märkten aus. Der Handel mahnt indes zur Ruhe: Es gebe keine Lieferengpässe.
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So leer wie hier sah es am Wochenende in zahlreichen Hammer Märkten aus. Der Handel mahnt indes zur Ruhe: Es gebe keine Lieferengpässe.

Auch in Hammer Geschäften kommt es aus Sorge um die Ausbreitung des Coronavirus vermehrt zu Vorrats- und sogar Hamsterkäufen. Dabei kann gar nicht oft genug gesagt werden: Das ist nicht nötig!

Hamm – Betroffen vom Ansturm sind stadtweit Discounter, Drogerie- und Lebensmittelmärkte wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. Vor allem haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Konserven, aber auch Desinfektionssprays und Hygieneprodukte wie Seife oder Toilettenpapier fanden mancherorts derartigen Absatz, dass Regale leergekauft waren.

Einige Verkäufer erzählten auf Nachfrage der Lippewelle, dass sie von dem Ansturm selbst ganz überrascht waren. In den sozialen Medien posten und diskutieren viele Hammer ihre persönlichen Fotos und Eindrücke.

Lieferengpässe gibt es nicht

Tatsächlich gibt es für diese Panikreaktion vieler Bürger keine sachliche Begründung. So heißt es beispielsweise aus den Zentralen von Lidl und Aldi, es gebe trotz erhöhter Nachfrage keine Lieferengpässe; alle Regale würden zeitnah wieder nachgefüllt. Die Lieferstrukturen seien effizient und gut vorbereitet und die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet, mahnt auch der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk.

Auch die NRW-Landesregierung sieht keinen Grund für das Anhäufen von Produkten. "Von Hamsterkäufen ist abzuraten, da mit Lebensmittelknappheiten nicht zu rechnen ist", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Schlimmer noch: Viele Waren stehen im Zweifel für andere, wirklich Bedürftige nicht zur Verfügung. Auch im Fall einer Quarantäne sei die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt, so die Sprecherin gegenüber dem WDT. Das regelten dann die kommunalen Gesundheitsämter.

Erstmals Nachweis im Kreis Unna

Zwar gibt es in Hamm noch keinen bekannten Fall, doch in der Region schon. Am Montagmorgen wurde bekannt, dass das Virus bei einer Frau aus Unna festgestellt wurde. Gleichzeitig heißt es, die Ansteckungsgefahr sei weiterhin sehr gering. In Lippstadt blieb eine Schule aus Vorsichtsgründen geschlossen. Hier in unserem Ticker ergänzen wir stets aktuell die neuesten Nachrichten.

Panik in keiner Weise angebracht

In Sachen Gefährlichkeit des Virus sollten die Menschen trotz der schnellen Verbreitung "die Kirche im Dorf lassen". Die Sterberate liegt zwar höher als bei den jährlichen Grippewellen, viele Bevölkerungsgruppen sind aber kaum gefährdet und es hängt auch von der medizinischen Versorgung in den betroffenen Regionen ab: In Deutschland sei diese ausgezeichnet.

Man müsse Corona im Verhältnis sehen, ergänzt Roland Schäfer, Präsident des Städte- und Gemeindebund in NRW, in einem WDR-Gespräch. In den letzten zwei Jahren seien jeweils pro Jahr über 20.000 Menschen gestorben an der Grippe - ohne dass es in der Bundesrepublik Panik- oder Hamsterkäufe gegeben habe.

Coronavirus: Hamsterkäufe und abgesagte Veranstaltungen

Die letzte Packung mit Eiern in einem Supermarkt in Siegen. Foto: Rene Traut/dpa
Schutzkleidung und Atemmaske: Die Mitarbeiterin einer Infektionsstation. Foto: Marcel Kusch/dpa
Soldaten der südkoreanischen Armee tragen Schutzkleidung und versprühen Desinfektionsmittel am Bahnhof Dongdaegu. Foto: Kim Hyun-Tai/YONHAP/AP/dpa
Eine Angestellte desinfiziert in einem Kaufhaus in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eine Kasse. Foto: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa
Coronavirus: Hamsterkäufe und abgesagte Veranstaltungen

Umgang in Hamm und der Region

  • Aus Vorsichtsgründen wurde am Montag die nächste Terraristika abgesagt. Es ist das erste Mal in der 25-jährigen Geschichte der Hammer Reptilienmesse.
  • Wie stark die Firmen in Hamm und dem Umland von den Auswirkungen des Virus getroffen werden, ist noch nicht ganz klar. Immerhin sind gut 300 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna in China aktiv. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat unter rund 1000 Unternehmen in der Region eine Blitzumfrage zu dieser Problematik gestartet.
  • Verständliche Antworten auf viele Fragen der Hammer hat die AOK zusammengestellt.
  • Für die Belange in der Stadt Hamm tagt inzwischen regelmäßig ein Krisenstab mit Vertretern des städtische Gesundheitsamts, der Feuerwehr sowie Vertretern der Hammer Krankenhäuser und der niedergelassenen Ärzte.

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