Alina Rüter hat andere, private Pläne 

Hamms erstes und einziges vegane Café „Veganalina“ steht zum Verkauf

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Will ihr Café „Veganalina“ nach vier Jahren verkaufen: Alina Rüter.

Hamm-Mitte – Vegan lebende Menschen gibt es immer mehr, vegane Cafés und Restaurants sind aber eher selten, im Falle von"Veganalina" an der Südstraße sogar in Hamm einzigartig. Die Zukunft des besonderen Cafés ist ungewiss. Inhaberin Alina Rüter will verkaufen.  

Die Zeiten von Witzen im Stil von „Was steht auf dem Grabstein eines Veganers? – Er hat das letzte Mal ins Gras gebissen“ sind vorbei. Vegan lebende Menschen, also solche, die auf alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs verzichten, werden täglich mehr. Und ihren Argumenten kann man sich ernsthaft nicht verschließen, auch wenn der Mensch einmal als Allesfresser geboren worden war. Wenig verwunderlich gibt es längst auch vegane Kosmetik, vegane Kleidung und vegane Möbel – sogar im Möbelhaus Höffner. Alina Rüter ist eine Prophetin dieser Bewegung. 

2014, als die Hammerin an der Ostenallee einveganes Hotel eröffnete, wurde sie noch von vielen belächelt. Wie sollte auch etwas in Hamm funktionieren, was es selbst in Berlin noch nicht gab? Tatsächlich scheiterte das Projekt, auch nach Differenzen mit ehemaligen Geschäftspartnern und wegen hochtrabender Expansionspläne.

„Veganalina“ schaltete einen Gang zurück und übernahm zum 1. September 2015 „Ninas Café Klatsch“ auf der Südstraße. Seit vier Jahren läuft der Betrieb nun von Hamms erstem und einzigem rein veganen Café, das selbstredend den Namen „Veganalina“ trägt. Am Donnerstagabend nun postete die mittlerweile 35-jährige Inhaberin auf ihrer Facebook-Seite – und für viele diesmal überraschend: „Veganes Café zu verkaufen“. Also beißen die Veganer in Hamm am Ende doch ins Gras? 

„Nein, überhaupt nicht“, sagt Alina Rüter im WA-Gespräch. „Wirklich schweren Herzens“ habe sie sich zu diesem Schritt durchgerungen. Rein private Gründe würden den Ausschlag geben. Sie werde im nächsten Jahr heiraten und wolle eine Familie gründen. Mit dem Betrieb des Cafés lasse sich das nicht vereinen. 

„Ein Döner-Imbiss kommt hier nicht rein“

Idealerweise solle das Café so weiterbetrieben werden wie bisher. „Ein Döner-Imbiss kommt hier nicht rein“, sagt sie. Dem künftigen Betreiber bietet sie das komplette Interieur, alle Rezepte, das gesamte Konzept, einen Mitarbeiterstamm sowie eine betreute Einarbeitungszeit an. Zu ihren Preisvorstellungen will sie sich nicht öffentlich äußern. „Das Ganze muss auch nicht morgen oder übermorgen geschehen“, sagt die 35-Jährige. „Ich kann mir auch vorstellen, mich nicht aus allem komplett rauszuziehen.“ 

Der Pachtvertrag läuft noch bis Ende 2021. Es gebe einen festen Gästestamm, dessen Zahl ständig steige. „Es funktioniert und läuft alles prima.“ Ändern werde sich für die Kunden zunächst einmal gar nichts. Der Betrieb laufe wie gehabt zu den gewohnten Öffnungszeiten weiter.

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