Neue Sorten

Bier-Boom made in Hamm: „Hammona“ investiert kräftig

Die Hammona-Chefs zeigen ihr „neues“ altes Holzfass und einen neuen 1000-Liter-Lagertank
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Alt und neu nebeneinander: Im Holzfass reift ein Spezialbier, hinten rechts steht der neue 1000-Liter-Lagertank, präsentiert von Mario Gadiel und Mitinhaberin Melanie Gadiel-Loske.

Hamm - Innovativ war die Hammona Braumanufaktur vom ersten Tag an – daran hat sich ein Jahr nach dem Verkaufsstart nichts geändert. Darum wird auch weiter kräftig in den Brauereistandort im Gewerbepark Rhynern investiert, denn nach Auskunft von Mario Gadiel ist die Nachfrage nach den Craft-Bieren weiterhin ungebrochen stark.

Für eine etwa mittlere fünfstellige Summe wurden gerade vier 500-Liter- und zwei 1000-Liter-Lagertanks aus Edelstahl angeschafft. Bisher reiften Pils, Helles, Ostwennemar Pale Ale, Keller- und „Schwatzbier“ in handelsüblichen Fässern. Angesichts des wachsenden Volumens war eine weitere Professionalisierung unumgänglich. Dazu gehören auch eine neue Abfüllanlage für jetzt vier statt bisher einer Flasche sowie eine halbautomatische Etikettiermaschine.

Trotzdem bleibt es bei reichlich Handarbeit – das macht schließlich eine Craft-Bier-Brauerei aus: Die 0,3-Liter-Flaschen werden weiterhin manuell abgefüllt und anschließend Flasche für Flasche in die Etikettiermaschine eingelegt, damit sie ihre Banderole erhalten. Dafür mussten 140 000 neue Etiketten gedruckt werden, weil sich die alten bei der maschinellen Verarbeitung gewellt hätten. Die „Halskrause“ wird weiterhin in Handarbeit mit Leim aufgeklebt. „Das sieht unserer Meinung nach wertiger aus als ohne Halsetikett“, sagt Melanie Gadiel-Loske. Die Ehefrau von Mario Gadiel ist neue Teilhaberin, nachdem Mitgründer Dennis Hecker aus privaten Gründen ausgeschieden war. Tatkräftige Hilfe erhält der Familienbetrieb auch von der 17-jährigen Tochter Aimee.

Handarbeit bleibt sowohl an der neuen Abfüllanlage als auch an der halbautomatischen Etikettiermaschine.

Die Innovationen beschränken sich nicht nur auf die technische Ausstattung, es wird auch weiter mit neuen Biersorten experimentiert: „Citra Helles“, das eigentlich als saisonales Oktoberfestbier zusammen mit „Brew Work“ in Hamms US-amerikanischer Partnerstadt Santa Monica entwickelt worden ist, gehört wegen der enormen Nachfrage nun zu den Sorten, die ständig im Angebot sind. Außerdem wurde bereits vor einiger Zeit ein Sud Weizenbier angesetzt und vermarktet, um zu sehen, wie die Verbraucher reagieren und um dann zum Sommer ein erfrischendes Saisonbier anbieten zu können. Da dürften die neuen Lagertanks eine große Hilfe sein, in denen der Kohlensäuregehalt besser und vor allem einheitlicher reguliert werden kann, als das in den kleinen Fässern möglich war.

Außergewöhnliche Geschmackserlebnisse

Für außergewöhnliche Geschmackserlebnisse sollen schließlich zwei weitere Biere sorgen, die in Holzfässern reifen: Zum einen gibt es da ein Gebinde mit 190 Litern Fassungsvermögen, in dem zuvor 15 Jahre lang schottischer Whisky lagerte. Jetzt enthält es ein Doppelbock mit einer Stammwürze von 25 Grad Plato, das nach dem Brauprozess bereits 9 Prozent Alkohol besaß. Durch die drei- bis viermonatige Lagerung im Whiskyfass wird nicht nur der Geschmack verändert, auch der Alkoholgehalt wird auf etwa 12 bis 13 Prozent steigen. „Das ist ein Test, damit wir ein ganz besonderes Weihnachtsbier anbieten können“, sagt Mario Gadiel. Auf das „Red Ale“, das seiner Vollendung in einem sechs Jahre alten Rotweinfass aus dem Burgund entgegensieht, freut sich Melanie Gadiel-Loske besonders. Denn dank der speziellen Malzsorte Carared und eines dazu passenden Hopfens erwartet sie ein zwar fruchtiges, aber nicht zu herbes Ergebnis.

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