Hammerin will ihren Hund zurück

Neufundländer-Hündin „Indira“ (links) auf einem Foto aus besseren Zeiten.

HAMM/HERBERN - Cornelia Paulsberg ist verzweifelt. Seit Monaten kämpft die Hammerin um ihren Hund „Indira“, hat mittlerweile eine Anwältin eingeschaltet. Das Problem: Die Neufundländer-Hündin wurde offenbar von einem Welpenhändler aus Ascheberg-Herbern an eine Tierschutzorganisation weitergegeben.

Im Internet fand Cornelia Paulsberg zwar ihren Hund auf einem Foto der Organisation wieder. Bislang verweigert die Einrichtung nach Paulsbergs Angaben jedoch die Herausgabe.

Seit mehr als einem Jahr kämpft Cornelia Paulsberg um die Herausgabe des Hundes.

Die Geschichte beginnt im September 2011. Wegen eines bevorstehenden Umzuges wollte Paulsberg „Indira“ vorübergehend auf dem Hof ihres Arbeitgebers, dem Herberner Welpenhändler Hüttermann, unterbringen. Auf seinen Wunsch hin habe sie „pro forma“, wie sie sagt, einen Überlassungsvertrag unterschrieben, damit der Händler bei Kontrollen die Herkunft des Hundes nachweisen könne. Sie habe damals ihrem Arbeitgeber vertraut, sagt Paulsberg. Dann ging das Arbeitsverhältnis in die Brüche. Paulsberg spricht von „katastrophalen Zuständen“ auf dem Hof, auf dem neben rund 60 bis 70 Hunden – darunter zahlreiche Welpen – auch noch Schweine und Pferde gehalten wurden. Nach ihrer Kündigung habe ihr der Hundehändler jedoch die Herausgabe des Hundes verweigert und sich auf den Überlassungsvertrag berufen. Später habe er dann behauptet, der Hund sei verkauft.

Im September dann geriet der Hof Hüttermann in die Schlagzeilen, als das RTL-II-Magazin „Spezial“ gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Peta Missstände öffentlich machte. Bei der Überprüfung des Hofes durch das Veterinäramt des Kreises Coesfeld wurden die Mängel erkannt und ihre sofortige Beseitigung – noch am selben Tag – gefordert. Der Aufforderung des Veterinäramtes sei der Welpenhändler auch sofort nachgekommen, hieß es von der zuständigen Amtstierärztin. Eine Auflage war auch, die Zahl der Hunde zu reduzieren. Und so gelangten nach Paulsbergs Angaben 15 Hunde von dem Hof in Herbern an die Tierschutzorganisation „Retriever in Not“ aus Bad Sassendorf. Darunter befand sich offensichtlich auch ihre eigene Neufundländer-Hündin „Indira“, wie sie im Internet feststellte.

Über Facebook habe sie unter den Hunden, die „Retriever in Not“ aufgenommen habe, nicht nur ihre „Indira“ entdeckt, sondern auch einige andere Tiere, die sie von dem Herberner Hof kannte. Ihre ursprüngliche Erleichterung, dass der Hund nun bei den Tierschützern sei, wich allerdings die Enttäuschung. Ihre Bitte, den Hund an sie zurückzugeben, fand bei „Retriever in Not“ nach ihrer Darstellung kein Gehör. „Die blocken total ab“, schildert Cornelia Paulsberg. Auch eine von ihr beauftragte Rechtsanwältin forderte, das drei Jahre alte Tier zurückzugeben, da kein Eigentümerwechsel stattgefunden habe. Ebenfalls ohne Erfolg, wie die Hundehalterin berichtet. Paulsberg hat ihre „Indira“ über das Haustierregister „Tasso e.V“ als vermisst gemeldet und die Chipnummer des Hundes angegeben. - gh/jiz

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