Keine kurzfristige Wiederholung nach Absage

"Hammer-Summer"-Absage: Polizei ermittelt noch

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Hamm - Die Enttäuschung über die Absage des 14. Hammer Summers sitzt noch tief – bei den Fans, die am Freitagabend stundenlang vergeblich auf den Einlass gewartet hatten, aber auch bei den Organisatoren. Trotzdem schaut Cornelia Helm, Pressesprecherin der Stadtwerke, die gemeinsam mit Uwe Sauerland aus dem Büro des Oberbürgermeisters das Open-Air-Festival auf die Beine stellt, bereits nach vorne.

Zur Erinnerung: Der heftige Regenschauer am späten Freitagnachmittag hatte der Technik auf der Bühne schwer zugesetzt. Helm: „Die Geräte waren klitschnass.“ Trotzdem glaubt die Stadtwerkesprecherin, dass die Schäden an der Technik hätten behoben werden können, aber die Zeit arbeitete gegen sie. 

Wegen einer Bombendrohung war der Markplatz bis weit nach 20 Uhr gesperrt worden. „Die Techniker hätten erst gegen 21 Uhr an ihre Geräte gekonnt – und dann war es einfach zu spät“, so Helm. Schließlich hätte das Festival um 18.30 Uhr beginnen sollen. Hinzu kam die Unsicherheit, ob nicht doch Gegenstände auf den Platz hätten fallen können. Alleine am WA-Gebäude hatte sich ein eineinhalb Meter großes Teil der Fassade gelöst.

Die Polizei konnte am Sonntag „aus ermittlungstaktischen Gründen“ noch keine Angaben machen – nicht zu den beiden Kindern, die Mitarbeitern des kommunalen Ordnungsamt von zwei Jugendlichen berichtet hatten. Diese hätten die Kinder gewarnt, sie wollten eine Bombe schmeißen. Und auch dazu, ob die beiden Jugendlichen gefunden wären, wollte die Polizei sich nicht äußern: „Wir ermitteln noch.“

Wohl keine kurzfristige Wiedererholung

Schon am Abend der Absage hatten die Stadtwerke eine kurzfristige Wiederholung des Festivals ausgeschlossen. Und auch nachdem sie nochmal eine Nacht darüber geschlafen hatte, konnte Cornelia Helm den Festival-Fans wenig Hoffnung machen. „Die Entscheidung treffe ich nicht alleine, wir werden das in Ruhe im Team besprechen, aber es ist schon sehr unwahrscheinlich“, sagte die Organisatorin. 

„Dass wir Richard Marx verpflichten konnten, war schon ein Glücksfall, aber ihn ein zweites Mal nach Hamm zu holen, ist aufgrund seiner Termindichte kaum möglich“, so Helm. Vor allem wegen Marx war der 14. Hammer auf den 3. Juni gelegt worden. Er wollte an dem Abend sein einziges Konzert in Deutschland geben, ehe er am Samstag in Esbjerg in Dänemark auftrat und dann zu Konzerten nach Australien, Japan, Südkorea und Sri Lanka weiterreiste.

"Hammer Summer 2016": Absage wegen Bombendrohung und Unwetterschäden

"Hammer Summer 2016": Absage wegen Bombendrohung und Unwetterschäden

Marx habe die Absage sehr entspannt aufgenommen, so Helm und mutmaßte schmunzelnd, er habe einen schönen Abend im Spa das Mercure gehabt. Marx’ Management hingegen habe die Konzertabsage überhaupt nicht fassen können – schließlich war abends wieder herrlichstes Wetter.

Ob einfach alle Künstler, die am Freitag hätten auftreten sollen, für den 15. Hammer Summer im kommenden Jahr eingeladen werden, konnte Helm am Sonntag noch nicht sagen. Beim Kurparkfest, das im vergangenen Jahr ebenfalls wegen schlechter Wetterbedingungen ausfallen musste, war man so verfahren und hatte einfach die meisten Bands wie etwa Return für dieses Jahr nochmal verpflichtet.

"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt

"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
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Helm versicherte, man werde mit allen Künstlern in Kontakt bleiben. Genau wie die Lochis seien auch Tom Thaler und Basil sowie Kelvin Jones traurig gewesen, dass sie nicht vor großem Publikum auftreten konnten, aber die Stimmung unter den Künstlern sei sehr entspannt gewesen. Alle hätten den Abend noch in Hamm verbracht und seien Samstagmorgen abgereist.

Was die Absage kostet

Was die Absage finanziell bedeutet, konnte Helm noch nicht sagen, nur soviel: „Das Festival ist als kommunale Veranstaltung über den kommunalen Schadensausgleich versichert.“

Und so wird es sicher auch 2017 einen Hammer Summer geben. Der war übrigens aus einer wetterbedingten Konzertabsagen entstanden. Beim Hafenfest 2001 fiel der Auftritt von Achim Reichel buchstäblich ins Wasser. Quasi als Wiedergutmachung gab es 2002 das „Late Summer Fest“ auf dem Marktplatz mit Runrig und weiteren Acts. Das Open-Air-Festival kam so gut an, dass es ab 2003 als Hammer Summer weitergeführt wurde.

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