Prozessauftakt

Hammer steht wegen Ladendiebstahl vor Gericht

Ein 34-Jähriger aus Hamm muss sich vor dem Dortmunder Landgericht wegen Ladendiebstahls verantworten.
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Ein 34-Jähriger aus Hamm muss sich vor dem Dortmunder Landgericht wegen Ladendiebstahls verantworten.

Hamm / Dortmund – Mit einer Serie von Ladendiebstählen in Hamm und Dortmund soll ein 34-jähriger Mann im Sommer 2020 seinen Lebensunterhalt und seine Drogensucht finanziert haben. Seit Mittwoch wird ihm vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gemacht.

„Er wollte die Sachen entweder für sich behalten oder verwenden“, schreibt die Staatsanwaltschaft an einer Stelle in ihrer Anklageschrift. Betrachtet man sich Teile der Beute jedoch genauer, könnten durchaus Zweifel an dieser Theorie aufkommen.

In einem Drogeriemarkt am Willy-Brandt-Platz soll der 34-Jährige nämlich gleich zwei Rucksäcke mit Make-up-Artikeln vollgestopft haben. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft benötigte beim Verlesen der Anklage mehrere Minuten, um den Inhalt aufzuzählen: Mascara, Lidschatten, Lipgloss, Nagellack und noch viele andere Beauty-Produkte hatte das Personal der Drogerie aus den Rucksäcken geholt, nachdem der Dieb geschnappt worden war. Die Beute hatte einen Verkaufswert von mehr als 1500 Euro. Ganz offensichtlich hatte der Täter geplant, die Ware auf dem Schwarzmarkt zu Geld zu machen.

Bisher weigert sich der Angeklagte jedoch, für alle angeklagten Taten geradezustehen und ein Geständnis abzulegen. Seine Verteidigerin Lisa Chiarelli erklärte zu Prozessbeginn nur: „Wir werden vorerst keine Angaben zur Sache machen.“

Bei der Polizei soll der 34-Jährige im Sommer 2020 sogar ausdrücklich abgestritten haben, der gesuchte Serien-Ladendieb zu sein. Belastet wird er aber nicht nur durch Berichte von Augenzeugen, einer Durchsuchung seiner Klamotten und einem Fingerabdruck, der an einem der Tatorte gesichert und eindeutig ihm zugeordnet werden konnte. Auch die Art der Rucksäcke, die er bei seiner Festnahme bei sich trug, lässt tief blicken.

Aus den Prozessakten geht hervor, dass der Angeklagte die Taschen von innen mit Alufolie ausgekleidet haben soll – offenbar, um die elektronischen Signalgeräte an den Kassen zu überlisten.

Selbst ein Taxifahrer soll schließlich nicht vor den langen Fingern des 34-Jährigen sicher gewesen sein. Laut Anklage ließ sich der Mann Ende August von einem Taxi zu einem Freund in der Dortmunder Nordstadt fahren. Statt am Ziel jedoch für die Fahrt zu bezahlen, soll der Angeklagte dem Chauffeur das Portemonnaie aus der Hand gerissen haben und dann zu Fuß geflüchtet sein.

Ohne Geständnis des Angeklagten werden die Richter nicht daran vorbeikommen, sämtliche Zeugen zu vernehmen. Bis zu einem Urteil dürften daher noch einige Wochen vergehen.

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