Prinz Uwe II. und Prinzessin Stefanie I. im Interview

Hammer Stadtprinzenpaar: „Wir leben unseren großen Traum!“

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Mit viel Spaß auch bei der nasskalten Prinzentaufe: Prinzessin Stefanie I. und Prinz Uwe II. mit Gefolgschaft und ungewöhnlichem Dresscode im Maximare.

Was lange währt, wird endlich gut. Schon als Jugendliche träumten Uwe Stomin und Stefanie Wagner davon, gemeinsam als Stadtprinzenpaar die Hammer Narren zu regieren.

Hamm – Als Prinz Uwe II. und Prinzessin Stefanie I. schwingen sie in der aktuellen Session in der fünften Jahreszeit das närrische Zepter. Wie es sich anfühlt, einen Kindheitstraum zu verwirklichen, erzählt das 56. Hammer Stadtprinzenpaar 2019/2020 im Gespräch mit WA.de. (Für viele weitere Berichte und Fotos zum Karneval in unserer Region klicken Sie sich hier in unser großes Sonder-Ressort!)

Nachdem Sie Ihre Bewerbung als Hammer Stadtprinzenpaar zum 55. Bestehen des Festkomitees Hammer Karneval (FHK) aus beruflichen Gründen zurückziehen mussten, erfüllen Sie beide sich nun einen lang gehegten Wunsch …

Stefanie I.: Ja, wir leben jetzt unseren großen Traum!

Uwe II.: Wir sind beide im Karneval groß geworden und mit ganz viel Herzblut bei der Sache. Immer wieder bekommen wir zu hören, dass unsere Begeisterung ansteckend ist.

Stefanie Wagner und Uwe Stomin bilden das aktuelle Hammer Stadtprinzenpaar.

Wie man so hört, hätten Sie vor Jahrzehnten schon mal die Chance gehabt, gemeinsam als Stadtkinderprinzenpaar in Hamm zu regieren, oder?

Stefanie I.: Ich war in der Session 1983/84 Hammer Stadtkinderprinzessin. Damals wolltest du aber nicht, Uwe.

Uwe II. (zerknirscht): Leider hatte man mir im Vorfeld nicht gesagt, wer Prinzessin werden würde. Außerdem mochte ich die Knutscherei bei den Ordensverleihungen nicht (lacht). Deshalb habe ich direkt abgewunken.

Stefanie I.: Natürlich wusste ich auch nicht, wer Kinderprinz werden würde. Aber ich hatte keine andere Wahl als Ja zu sagen. Meine Eltern waren in der Session 1973/74 das Hammer Stadtprinzenpaar und Mitte der Siebziger Jahre wurde mein Vater Präsident der KG Grün-Weiß. Meine Mutter hat immer gesagt: „Nimm das Kind mal mit.“ Ich war komplett mit dem Karnevalsbazillus infiziert.

Uwe II.: Als ich damals erfahren habe, wer die Kinderprinzessin ist, war ich doch sehr traurig. Irgendwann haben wir dann gesagt: Wir machen das später als Große mal zusammen …

Stefanie I.: Genau. Jetzt ist es ein Mega-Traum, der sich erfüllt. Ein alter Kindheitstraum, der wahr wird.

Endlich Stadtprinzenpaar! Und wie ist das im echten Leben – sind Sie da auch verbandelt?

Stefanie I.: Wir sind nur einen Tag auseinander geboren …

Uwe II.: …und man wollte uns schon als Kinder miteinander verkuppeln (lacht). Das hat aber nie geklappt. Wir sind sehr gute Freunde von Kindesbeinen an.

Die Prinzentaufe im Maximare 2020

Im Hammer Karneval haben Sie beide schon zahlreiche Ämter bekleidet. Auch im Festkomitee Hammer Karneval sind Sie aktiv. Wie kriegen Sie das alles unter einen Hut? Oder besser gesagt: unter eine Kappe?

Stefanie I.: Am Rosenmontag stelle ich seit Jahren den Zug mit auf. Uwe ist sonst in der Wagenbauhalle, um die Treckerfahrer einzuweisen und dafür zu sorgen, dass die Wagen zur richtigen Zeit aus der Halle kommen. Die KG Rote Funken helfen uns dieses Jahr bei der Zugleitung, dafür sind wir sehr dankbar. Das ist durch den FHK-Vorstand wirklich gut gelöst worden. Unsere andere Festkomitee-Arbeit machen wir nebenbei. Uwe hat sich sogar noch ein Karnevals-Mottolied ausgedacht und den Text dazu geschrieben …

Uwe II.: Ja, wenn man mal nicht schlafen kann (lacht). Im Januar ging mir nachts eine Melodie durch den Kopf, die habe ich am nächsten Tag ins Handy gepfiffen und überlegt, wie kriegt man das denn jetzt als Lied fertig? Die Melodie habe ich Frank Fallak per WhatsApp geschickt. Wir haben einen halben Tag zusammen in seinem Tonstudio in Werne verbracht, an dem Lied rumgefeilt und alles verfeinert. Seine Frau hat es eingesungen. Auf der Gala der Hammer Narrenzunft haben wir es dann erstmals präsentiert.

In diesen Wochen haben Sie sicherlich kaum eine ruhige Minute. Wie schaffen Sie das alles?

Stefanie I.: Viel Schlaf bekommen wir nicht, das stimmt. Wir bekommen viel Unterstützung, sowohl von unseren Chefs als auch von unserem Umfeld.

Uwe II.: Insgesamt haben wir um die 75 Termine, viele auch außerhalb von Hamm. Da brauchen wir einen präzisen Zeitplan. Unser FHK-Präsident, Eckhard Schüler, organisiert das super. Wir waren schon in Belgien und Holland, um neue Kontakte zu knüpfen. Ein echtes Highlight war die Mädchensitzung bei den Domputzern in Köln. Dort hatten wir spontan die Chance, gemeinsam mit dem Kölner Dreigestirn auf der Bühne zu stehen.

Stefanie I.: Das war der mega Hammer! Wir sind völlig geflasht von dem, was wir erleben. Wir gehören meist zu den letzten, die den Saal verlassen, weil wir so viel Spaß haben. Es gibt ganz viele Gänsehautmomente. Allein die Prinzenproklamation war schon überwältigend.

Uwe II.: Dort hat meine Mutter nach 15 Jahren Pause das erste Mal wieder auf der Bühne gestanden. Nur, um für uns zu singen.

Sie engagieren sich als Hammer Stadtprinzenpaar auch für soziale Projekte. Was motiviert Sie dazu?

Uwe II.: Karneval heißt nicht nur: „Hoch die Tassen“. Es ist uns wichtig, das zu zeigen.

Stefanie I.: Wir waren Ende November in der Franziskusküche. Dort haben wir Essen ausgegeben und finanziert und selbst gebackene Weihnachtsplätzchen verschenkt. Das war für uns ein sehr emotionaler und schöner Tag. Selten habe ich so viele dankbare Menschen gesehen.

Uwe II.: Kurz vor dem Rathaussturm werden wir in Emptings Backstube Berliner füllen und dekorieren, die dann von unseren Hofdamen und dem Kinderprinzenpaar verkauft werden. Der Erlös wird an den Ambulanten Kinderhospizdienst gespendet. Wir freuen uns darauf, etwas Gutes tun zu können. Wir erleben im Karneval so viel Schönes. Diese Freude möchten wir weitergeben.

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