Speditionen unterschiedlich hart getroffen vom „Lockdown light“

Die Firma Jäschke liefert unter anderem Desinfektionsmittel aus.
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Profiteure der Krise: Die Firma Jäschke liefert unter anderem Desinfektionsmittel aus.

Leere Regale und gestresste Menschen an den Kassen – so sah es beim ersten Lockdown im Frühling dieses Jahres in vielen Hammer Supermärkten aus. Dass die Regale schnell wieder gut gefüllt waren, dafür sind unter anderem die Logistikunternehmen zuständig. Damit die Lieferketten auch im „Lockdown light“ nicht abreißen, wurde das Sonntagsfahrverbot für Lkw in NRW aufgehoben. Wir haben mit Hammer Spediteuren gesprochen.

Hamm – „So schlimm die ganze Corona-Situation gerade ist, war sie für uns bisher positiv“, sagt Frank Jäschke von der Spedition Jäschke Lagerei. Denn, wer Kunden im systemrelevanten Bereich hat, bei dem sei gerade natürlich mehr los. So ist es auch bei seiner Spedition an der Hafenstraße. „Wir vertreiben zusätzlich auch Desinfektionsmittel, da hatten wir natürlich sehr gut zu tun“, erklärt der Chef.

Etwas anders sieht es bei der Spedition Watzlawek aus. Auch sie ist breit aufgestellt, hat aber eben auch einige Kunden, die gerade weniger auszuliefern haben. „Wir liefern Lebensmittel für die Metro an Gastronomen, da geht momentan nicht so viel raus“, erklärt Chef Lukas Watzlawek. Die Situation sei aber noch deutlich entspannter als beim ersten Lockdown. Immerhin komme jetzt das Weihnachtsgeschäft. „Die Sachen, die aktuell in die Filialen geliefert werden müssen. Damit könnten wir noch mit einem blauen Auge davon kommen“, so Watzlawek.

Lagebesprechung: Das Disponenten-Team der Spedition Watzlawek Anfang des Jahres.

Sonntags bleiben die Lkw von Jäschke und Watzlawek aber stehen. „Wir müssen die Ruhezeiten ja trotzdem einhalten, wenn wir sonntags fahren, müssen wir einen anderen Tag frei machen“, erklärt Jäschke.

Bisher seien er und seine 62 Mitarbeiter gut durch die Coronazeit gekommen. Einen Corona-Fall habe es in der Spedition bisher noch nicht gegeben. „Wir halten uns auch streng an die Abstände und haben eigene PCB-Tests. Sobald jemand nur leichte Symptome aufweist, wird er getestet“, berichtet Jäschke.

Damit die Büromitarbeiter in der Erkältungszeit besonders fit bleiben, gibt’s vom Chef zusätzlich jeden Morgen eine Vitamin-Tablette. Auch Watzlawek hatte Glück. In seiner Spedition hatte es vor ein paar Wochen zwar einen Corona-Fall gegeben, „aber dadurch, dass wir gut vorgesorgt haben, hat sich niemand angesteckt“, erklärt der Chef.

Damit Fahrer von außerhalb im „Lockdown light“ eine Möglichkeit haben zu duschen, auch wenn einige Raststättenanlagen geschlossen haben, hat Jäschke einen Toiletten- und Dusch-Container auf seinem Gelände aufgestellt. „Das haben wir auch beim ersten Lockdown schon gemacht“, so Jäschke. Denn an einigen Raststätten sind Duschen wegen Corona geschlossen.

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