Hammer Rechtsradikaler zu Haftstrafe verurteilt

HAMM - Ein heute 20-jähriger Aktivposten der rechten Szene in Hamm ist am Freitag vom Jugendschöffengericht zu einer einjährigen Jugendhaftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Dezember 2010 einer 22-jährigen Studentin aus Dortmund, die früher in der linken Szene aktiv war, auf dem Bahnhofsvorplatz nachstellte, sie beleidigte und ihr aus nächster Nähe Pfefferspray ins Gesicht sprühte.

Sein Opfer musste daraufhin in einer Augenklinik behandelt werden. Man könne froh sein, dass die Frau nicht erblindet sei, sagte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung. Da sich Täter und Opfer im Februar im Zug nach Dortmund und auf dem dortigen Bahnsteig erneut begegnet waren und der damals noch 19-Jährige Andeutungen machte, die 22-Jährige könne leicht die Treppe herunterfallen, wurde er drei Tage später in U-Haft genommen. Aus dieser wurde er zur Verhandlung vorgeführt. Nach der ganztägigen Verhandlung wurde er wieder der JVA in Herford überstellt. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesprochen und der Haftbefehl nicht aufgehoben. Unstrittig, aber kaum ins Gewicht fiel, war, dass der 20-Jährige zudem im Oktober ein Wahlplakat der Partei die Linken abgerissen hatte. Angeklagt waren am Freitag zunächst noch eine Handvoll weiterer Straftaten – Beleidigungen, Sachbeschädigungen (unter anderem am Parteibüro der Linken) und Widerstandshandlungen, die sich wegen urlaubsbedingt oder überhaupt fehlender Zeugen nicht erhärten ließen. Rund 20 „Kameraden“ des Verurteilten verfolgten die Verhandlung. Sein Verteidiger hatte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe für angemessen gehalten.

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