Gerüchte wurden bestätigt

Meilen-Kultkneipe „Tüt-Ei“ schließt am 23. Dezember

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Das „Tüt-Ei“ an der Südstraße schließt am 23. Dezember seine Pforten.

Hamm-Mitte - Seit langem halten sich hartnäckige Gerüchte, das „Tüt-Ei“ auf der Südstraße werde zum Jahresende schließen. Jetzt sind aus Gerüchten Fakten geworden.

Pächter Horst Brinkrolf wird seinen Vertrag nicht mehr verlängern und am 23. Dezember die Zapfhähne nach oben drehen. Es sei ein Gesamtpaket von Gründen, dass ihn zu diesem Schritt veranlasst habe, sagt Brinkrolf. Am 3. November wird er mit seinen Gästen zunächst aber noch sein 23-jähriges „Jubiläum“ als Wirt im „Tüt-Ei“ feiern. „Eigentlich wollte ich die 25 voll machen“, sagt Brinkrolf, die Entwicklung der vergangen Jahre habe ihn schließlich aber umdenken lassen. Unterm Strich gäben Gästerückgang und damit wirtschaftliche Gründe den Ausschlag.

Am 3. November wird noch 23-Jähriges gefeiert

Die Ursachen dafür seien vielschichtig. „Das Ausgehverhalten hat sich stark verändert“, bilanziert Brinkrolf. Er muss es wissen, denn über den Betrieb des „Tüt-Ei“ hinaus ist der 56-Jährige inzwischen seit 36 Jahren in der Gastronomie tätig. „Früher habe ich um 20 Uhr geöffnet und um 21 Uhr war der Laden voll“, sagt er. „Heute ist vor Mitternacht nicht viel los, um 21 oder 22 Uhr ist man fast noch alleine.“ Öffnungszeiten innerhalb der Woche – Ausnahme vor Feiertagen – seien unrentabel geworden. Darüber hinaus habe sich über die Jahre der Publikumsmix auf der „Meile“ verändert.

Aggressions-Potenzial höher als früher

Das Aggressions-Potenzial sei zudem höher als früher, meint Brinkrolf. „Das hält viele Gäste von einem Besuch ab“, glaubt er. Eine Prognose, wie die Südstraße der Zukunft aussehe, sei schwer zu treffen. Die Zeit lasse sich nicht zurückdrehen, neue Trends hätten nicht nur in Hamm Einzug gehalten. „Für die klassischen Kneipen ist es eher schwer“, meint Brinkrolf. Nicht zuletzt auch durch die Rauchergesetze.

Selbstständige Gastronomie will er nach der „Tüt-Ei“-Ära nicht mehr betreiben. „Ich freue mich, jetzt nach all den Jahren das erste Mal Weihnachten und Silvester und auch die Wochenenden wie andere Menschen als Familie verbringen zu können“, sagt Brinkrolf. Was aus dem Ladenlokal, in dem seit Beginn der 1960er Jahre einmal Tengelmann Mieter war und später ein Teppichhandel, eine Spielhalle und ab 1982 dann zunächst das „No. 1“ angesiedelt waren, künftig wird, ist offen.

Soviel allerdings scheint festzustehen: „Einen gastronomischen Betrieb wird es nicht mehr geben“, sagt die Hausverwalterin. Sie habe Ideen für eine Nachnutzung, doch es sei verfrüht, damit zum jetzigen Zeitpunkt schon an die Öffentlichkeit zu gehen.

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