Hammer Künstlerin

Kunsthandel weltweit: Johanna Bath ist online erfolgreich

Die Hammer Künstlerin Johanna Bath in ihrem Atelier
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Auch im Lockdown entspannt: Johanna Bath ist mit ihren Werken auf virtuellen Messen vertreten.

Hamm – Die Galerien sind geschlossen, der Kunstmarkt mit dem Lockdown auf Null gefahren? Mitnichten. Das Geschäft mit der Kunst hat sich ins Internet verlagert mit ganz speziellen Online-Galerien.

Die veranstalten nicht nur – wie die konventionellen Anbieter – eine reine Bilderschau veranstalten, sondern umfassende Informationen zu Künstler und Werk geben. Und es gibt sogar Online-Messen, die etablierten Angeboten wie der „Art Cologne“ Konkurrenz machen.

Johanna Bath ist rechtzeitig – noch vor Beginn der Pandemie – diesem Trend gefolgt und hat sich von vornherein international orientiert. Mit selbst für sie überraschendem Erfolg: „Ich habe schon 2018 fast jeden Monat ein Bild in die USA verkauft“, sagt die Hammer Künstlerin. Vor gut drei Jahren hat sie sich bei „Saatchi Art“ angemeldet. Die im kalifornischen Los Angeles angesiedelte, international tätige Online-Kunstgalerie versteht sich auch als Künstler-Netzwerk. Bereits vorher hatte sich Johanna Bath bei „Singulart“ registriert.

„Das sind kostenlos Formate, die beim Verkauf von Bildern eine Provision erhalten. Da besteht kein Risiko“, sagt die 40-Jährige. Im Gegenteil: Die „Macher“ der Online-Galerien würden die Künstler sogar betreuen. So habe sie bei „Saatchi-Art“ das Glück gehabt, bereits ein halbes Jahr, nachdem sie sich angemeldet hatte, in einem Feature größer vorgestellt zu werden. Die Künstler-Kollektionen würden zudem regelmäßig von Mitarbeitern kuratiert, auch da sei sie schon dabei gewesen. Natürlich sei die weltweite Präsentation ihrer Bilder ein riesiger Vorteil – ebenso wie das dazugehörige Marketing, über das sie selbst entscheiden könne. Und auch die Preise müsse sie mit keinem Galeristen absprechen. Die einzige Arbeit, die ihr bleibt, sei es das Bild zu verpacken und zu versenden.

Kommerziell erfolgreich

Johanna Bath hat sich von vornherein international aufgestellt, darum ist auch ihre eigene Homepage ausschließlich in englischer Sprache verfasst. „Die Titel meiner Bilder waren schon immer auf Englisch, das gibt mir etwas mehr Distanz“, sagt sie. Der kommerzielle Erfolg scheint ihr Recht zu geben, denn die Verkäufe erfolgen überwiegend online ins Ausland, vor allem in die USA. Sie selbst findet das bemerkenswert, weil dem Betrachter bei der zweidimensionalen Präsentation die „haptische“ Ebene fehlt, also der Blick auf mögliche reliefartige Strukturen.

„Saatchi Art“ unternimmt über die Online-Galerie hinaus noch mehr für seine Künstler und bietet Kunstmessen mit dem Titel „The other art fair“ an. Die finden normalerweise international in vielen Metropolen statt – unter anderem in New York, wo Johanna Bath sich und ihre Kunst Ende 2019 präsentiert hat.

Wer sind eigentlich die Käufer?

„Das war eine ganz tolle Erfahrung. Ich habe viele Kontakte geknüpft und ein Gefühl dafür bekommen, wer eigentlich meine Käufer sind.“ Tatsächlich lernte sie auch die Käuferin eines ihrer Bilder kennen – eine Deutsche, die jetzt in Washington lebe und extra wegen ihr zu der Kunstmesse gekommen sei.

Mit der Pandemie sind solche Kunstmessen zurzeit nicht möglich. Doch die Macher von „Saatchi Art“ haben sich eine Alternative überlegt und laden nun vom 10. bis 14. März online zur Neuauflage von „The other art fair“ ein – und Johanna Bath ist natürlich dabei. Ihr Messestand ist nun für einen rein virtuellen Raum konzipiert. Dazu wird nicht nur die Möglichkeit geboten, an ein ausgestelltes Werk heranzuzoomen oder darauf zu klicken, um mehr Informationen zu erhalten. Angeboten wird auch die Möglichkeit, die Künstlerin zu treffen – nach Anmeldung in einem zehnminütigen Video-Livechat. Verkaufte Bilder kann Johanna Bath sofort durch neue ersetzen.

Dazu werde auch ein Rahmenprogramm angeboten, Kuratoren würden übers Messegelände führen und es gebe auch die Möglichkeit, sich auf dem heimischen Sofa gemütlich bei einem Glas Wein zurückzulehnen, um eine Tour (Slideshow) durch die verschiedenen Messestände zu genießen. Die virtuelle Messe sieht Johanna Bath als Chance, aber nicht als vollwertigen Ersatz für eine „echte“ Messe: „Da ist eine ganz andere Energie in der Luft, wenn so viele Kunstinteressierte zusammenkommen und spontane Gespräche entstehen.“

Infos
Persönliche Homepage: https://mail57213.wixsite.com/johannabath
www.singulart.com/de/künstler/johanna-bath-13495
https://www.saatchiart.com/ und dann in der Suche „Johanna Bath“ eingeben. Um die Messe „The other art fair“ besuchen zu können, ist eine Registrierung erforderlich: https://www.theotherartfair.com/virtual-editions/global-launch/ Der Besuch der Messe ist kostenfrei.

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