In Hammer Kitas wird es eng - Viele Gruppen überbelegt

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Die Kita „Grashüpfer“ nahe dem Freibad Süd ist sehr beliebt: In der Sport-Kita stehen schon Monate vor dem Anmeldeschluss vier Mal so viele Kinder auf der Warteliste, wie es Plätze gibt.

Hamm - In den Hammer Kindertagesstätten ist kaum noch Platz. Obwohl die Stadt in den vergangenen Jahren immer neue Betreuungsplätze geschaffen hat, sind heute nahezu alle Plätze belegt. Um den Bedarf zu decken, hat die Verwaltung 17 Übergangsgruppen eingerichtet, viele Kita-Gruppen sind überbelegt.

Eltern haben noch drei Monate Zeit, um ihre Kinder in der Kita „Grashüpfer“ anzumelden. Doch schon jetzt stehen 80 Kinder auf der Warteliste, erzählt die stellvertretende Leiterin der Kita, Miriam Vogt. Sie bewerben sich um die Plätze von knapp 20 Kindern, die im Sommer in die Schule kommen werden.

Die Kita „Grashüpfer“ ist ein Sonderfall unter den etwa 90 Kindergärten in Hamm. Sie ist als Sport-Kita des Hammer Sportclubs besonders beliebt. Doch auch in anderen Kindergärten werden die Plätze knapp. Wer im städtischen Kita-Portal Plätze sucht, schaut auf ein rotes X neben dem anderen – die Symbole zeigen, dass in den Kitas keine Plätze frei sind.

„Momentan sind 17 Übergangsgruppen in Betrieb, um die Nachfrage abzudecken“, heißt es von der Stadtverwaltung. Damit habe die Stadt bisher dafür sorgen können, dass alle Familien so viele Betreuungsplätze bekommen, wie sie brauchen. Das sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Bis 2020 sollen elf neue Kindertagesstätten gebaut werden. Fünf davon gehen bis zum nächsten Sommer in Betrieb.

Mangel in manchen Stadtbezirken größer

Vor allem in Hamm-Mitte Norden, Westen und Bockum-Hövel wird die Kita-Betreuung ausgebaut. Derzeit gibt es in diesen Sozialräumen besonders viele Übergangsgruppen, zudem ist dort in nahezu jeder Kita mindestens eine Gruppe überbelegt, sagt Herberg. Das heißt, dass bis zu zwei Kinder mehr die Gruppen besuchen, als es vorgesehen war.

Schwierig sei die Suche nach einem Betreuungsplatz vor allem für Kinder zwischen zwei und drei Jahren. Das hat Melanie Kassing beobachtet, die stellvertretende Vorsitzende des Jugendamtselternbeirats der Stadt Hamm. Viele Kitas nehmen neu vor allem kleinere Kinder auf – und in die Ü-3-Gruppen können die Kinder noch nicht gehen. „Diese Kinder sitzen sozusagen zwischen den Stühlen“, sagt Kassing.

Seit 2017 melden Eltern ihre Kinder zentral über das Kita-Portal der Stadt Hamm an. Dort geben sie mehrere Kitas an, in die sie ihre Kinder gern schicken würden. Erhalten die Kinder in keiner Einrichtung einen Platz, setzt sich das Jugendamt mit den Eltern in Verbindung, um eine Lösung zu finden. Stadtsprecher Tom Herberg schätzt, dass das in diesem Jahr in etwa 160 Fällen nötig war.

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