Frühling ist Zecken-Zeit: Das sollte bei Kindern beachtet werden

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Zecken können Borreliose übertragen.

Hamm - Frühlingszeit ist Zecken-Zeit – und damit auch die Zeit, in der das Absuchen der Kinderhaut nach Bissen zum allabendlichen Ritual wird. 

Was Eltern beim Entfernen der Zecken beachten sollten, erklärt Hendrik Staender, Sprecher des Kinderärztevereins „päd regio Hamm“ im Gespräch mit WA-Mitarbeiterin Hannah Decke.

Welche Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden? 

Hendrik Staender: In unserer Region können Zecken gelegentlich die Borreliose übertragen. Dabei handelt es sich um eine Bakterieninfektion, die bundesweit vorkommt und durch ein geeignetes Antibiotikum gut behandelt werden kann. Eine Form einer Hirnhautentzündung, die sogenannte Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), die durch FSME-Viren verursacht wird, kommt hauptsächlich in Süddeutschland vor. Hiervor kann man sich vor einem Aufenthalt in einer entsprechenden Region durch eine Impfung schützen. Andere von Zecken übertragbare Erkrankungen sind in Deutschland extrem selten. 

Sollte man eine Zecke selbst entfernen? 

Staender: Da es nach einem Zeckenstich ein bis zwei Tage dauert, bis die Erreger der Borreliose von der Zecke übertragen werden, kann durch möglichst frühzeitiges Entfernen einer solchen Infektion wirksam vorgebeugt werden. Zum Zweck der möglichst frühzeitigen Entfernung ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar sinnvoll, diese selbst zu entfernen. Übrigens stechen Zecken nicht sofort zu, sondern wandern auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle erst über die Kleidung oder den Körper. Daher ist es empfehlenswert, nach einem Aufenthalt im Freien systematisch nach Zecken zu suchen. 

Was müssen Eltern dabei beachten? 

Staender: Zur Entfernung sollte die Zecke mit einer spitzen Pinzette oder einem anderen geeigneten Hilfsmittel wie einer Zeckenkarte oder Zeckenzange möglichst dicht an der Hautoberfläche, also an ihrem Mundwerkzeug gefasst werden. Anschließend kann die Zecke mit sanftem Hin- und Herdrehen oder Rütteln mit gleichmäßigem Zug nach oben herausgezogen werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die Zecke nicht am möglicherweise schon vollgesogenen Leib gefasst und auch keinesfalls mit Öl oder Klebstoff vorbehandelt wird, da sie dadurch sogar eher Speichel und somit Infektionserreger in die Stichwunde entleert. Nach der Entfernung sollte die Wunde sorgfältig desinfiziert werden. 

Muss ich mit meinem Kind danach zum Arzt? 

Staender: Wenn die Zecke vollständig entfernt wurde, reicht es aus, die Stichstelle im Auge zu behalten. Jede Rötung, die sich nach einem Zeckenstich um die Stichstelle bildet, sollte allerdings umgehend einem Arzt gezeigt werden. Die sogenannte Wanderröte ist nämlich das erste Anzeichen einer Borreliose. Diese kann noch Wochen nach dem Zeckenstich auftreten.

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