Weg zur Rehabilitation frei gemacht

Freispruch für Thomas Ewers nur eine Frage der Zeit

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Landeten gestern einen wichtigen teilerfolg: Thomas Ewers (rechts) und sein Anwalt Dr. Michael von Glahn.

HAMM/ESSEN - Hinter verschlossenen Türen hat die VII. Strafkammer des Landgerichts Essen am Montag den Weg für eine Rehabilitation des 45-jährigen Hammers Thomas Ewers freigemacht. Die jahrelange Geißel, ein verurteilter Vergewaltiger zu sein, dürfte nicht mehr lange auf seinen Schultern lasten.

„Es gibt keinen Zweifel mehr, dass Thomas Ewers freigesprochen wird. Aber nach zwölf Jahren wird das auch allmählich Zeit“, sagte sein Hammer Anwalt Dr. Michael von Glahn nach der eineinhalbstündigen Beweisaufnahme, die im Zuge des Wiederaufnahmeverfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand.

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Alle drei Richter der Strafkammer hatten an dem Termin teilgenommen. Ungewöhnlich, denn formal hätte auch ein Berichterstatter aus ihren Kreisen genügt.

Im Mittelpunkt stand die ehemalige Lebensgefährtin des Bockum-Hövelers, die mit ihren Aussagen als angebliches Vergewaltigungsopfer die Verurteilung Ewers’ im Jahr 2002 erwirkt hatte. Kurz nach der Haftverbüßung hatte sich die Hammerin gegenüber der gemeinsamen Tochter der beiden offenbart und erklärt, dass die Vorwürfe von ihr erfunden gewesen seien.

Das Gericht hätte das Urteil von 2002 – sechs Jahre und acht Monate Gefängnis – theoretisch schon Montag aus der Welt schaffen können. Ewers sei damals in einer öffentlichen Verhandlung verurteilt worden und habe einen Anspruch darauf, in einer öffentlichen Verhandlung von den Vorwürfen freigesprochen zu werden, habe der Vorsitzende mitgeteilt.

Bis zum 5. Mai haben nun Anwalt von Glahn und die Staatsanwaltschaft Essen Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben. - fl

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