Marke nach Insolvenz übernommen

Neues Leben für Herrenausstatter „Benvenuto“ - Es geht weiter

Wiedereröffnung des Benvenuto-Outlets: Die Mitarbeiter Mirko Ullrich, Alexander Kreker (hinten von links) und Anna Bogacki und Nicole Lorenz-Böhm (vorne von links) freuen sich auf neue und alte Kunden.
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Wiedereröffnung des Benvenuto-Outlets: Die Mitarbeiter Mirko Ullrich, Alexander Kreker (hinten von links) und Anna Bogacki und Nicole Lorenz-Böhm (vorne von links) freuen sich auf neue und alte Kunden.

Die Zukunft in Hamm sah düster aus, aber nun gibt es doch eine. Am Donnerstag eröffnete das „Benvenuto“-Outlet an der Seeburger/Heessener Straße neu, unter bekanntem Markennamen, aber unter neuen Voraussetzungen.

Hamm - Auf dem Textilmarkt ist darüber hinaus ein etabliertes Label erhalten geblieben, das schon zu Grabe getragen schien. Der Kauf der Markenrechte, der Idee hinter „Benvenuto“, der Schnitte, des Warenbestands, der Bildrechte und von Teilen des Inventars war im Grunde die letzte Chance, das Label des Herrenausstatters am Markt zu halten. Die Führung der Kaiser Bekleidungs-GmbH im bayrischen Kleinheubach machte davon Gebrauch, weil man an die Marke „Benvenuto“ glaubte. Für die Endkunden selbst soll sich damit wenig ändern.

Sakkos, Hosen, Hemden, Polo-Shirts: Im Outlet in Hamm und in den Einzelhandelsstandorten sollen sich Kunden künftig nach dem bewährten Baukastenprinzip für alle Anlässe einkleiden können. Der Unterschied: Die Produktion findet nicht mehr wie vor der Insolvenz an den Standorten des Familienunternehmens Leithäuser – unter anderem in Polen – statt, sondern wird nach den bewährten Schnitten durch Kaiser ausgeführt.

Übernahme erfolgte im März

Da die Übernahme noch frisch ist und erst im März erfolgte, kann Benvenuto natürlich nicht mit einer ganz neuen Sommerkollektion punkten. Allerdings hat die vorherige, die corona- und insolvenzbedingt nicht zum Zuge kam, bisher niemand gesehen. Wie Marken-Chef Markus Kamsteeg im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt, werde aber derzeit schon die Frühjahrskollektion 2022 in den üblichen Showrooms präsentiert.

Kamsteeg, der wie die meisten der 14 Mitarbeiter vor Ort zur alten Benvenuto-Riege gehört, ist zuversichtlich, dass das Geschäft wieder anspringt und der Bedarf für den anlassbezogenen, ausgewählten Dresscode wächst.

Für Kunden ist Wechsel kaum spürbar

„Für die Kunden wird sich wenig ändern. Komfortabel, modern, bequem – das alte Prinzip wird bei Kaiser neu funktionieren“, sagt Kamsteeg. Das Label „Benvenuto“ sei weiter in ganz Europa vertreten. „95 Prozent der alten Anbieter haben wir halten können“, sagt Markus Kamsteeg. Auch der Handelsvertreterstab sei durch Kaiser weitgehend übernommen worden.

Für Hamm und Kamsteeg heißt das, dass man sich hier auf Kernaufgaben konzentriert. Marken-Chef, oder neudeutsch „Brand-Director“, Kamsteeg ist mit seinem Team für Vertrieb, Design und Produktmanagement und die Platzierung im Einzelhandel zuständig. Mit der reinen Produktion hat der Standort Hamm nichts mehr zu tun, die Räumlichkeiten an der Seeburger Straße sind angemietet.

Insolvenz im April 2020

Zur Vorgeschichte: Nachdem die Leithäuser Gruppe, zu der Benvenuto gehörte, im April 2020 für drei Unternehmen aus dem Konzernverbund Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt hatte, blieb die Suche nach einem Investor erfolglos. Kurzfristig hatte das Unternehmen seinen polnischen Produktionsstandort – der inzwischen geschlossen ist – von Anzügen auf Masken umgestellt. Die Umsatzausfälle konnte das nicht auffangen.

Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als sei ein Investor bereit gewesen, das angeschlagene Unternehmen als Benvenuto GmbH weiter zu führen, doch am Ende trat der Interessent vom Kaufvertrag zurück. Schließlich erfolgte doch noch der Kauf der Markenrechte aus dem Hause Kaiser.

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