Hammer Schreinerei baut „Tiny Houses“ für Tchibo

Hamm - Seit Anfang der Woche bietet das Handelsunternehmen Tchibo sogenannte „Tiny Houses“ an. Die kleinen, mobilen Behausungen gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Hergestellt werden die Minihäuser in der Schreinerei Heinz Diekmann in Bockum-Hövel – eine Bestellung ist über den Kaffeeröster nur noch bis zum 26. Juni möglich.

In den Vereinigten Staaten sind „Tiny Houses“ schon lange ein Trend. Mittlerweile ist dieser in Deutschland angekommen. „Sie sind mobil und lassen sich quasi an jedem Ort aufstellen“, sagt Stefan Dieckmann. In einem Urlaub in Kanada hatte der 33-jährige Schreiner die Idee, die Minihäuser zu produzieren. Seit dem Verkaufsstart steht das Telefon in dem Unternehmen an der Warendorfer Straße nicht mehr still. 

„Aktuell sind allein drei Mitarbeiter damit beschäftigt, die Anfragen von Interessenten aus ganz Deutschland zu beantworten“, sagt Stefan Dieckmann. Er führt die Geschäfte im elterlichen Betrieb. Dieckmann hat die Häuser in drei Größen für Tchibo entwickelt. Das kleinste Modell kostet 40.000 Euro, es bietet Platz für zwei Personen und hat eine Wohnfläche von zehn Quadratmetern. 

Klein aber Oho

Was klein klingt, bietet erstaunlich viel Wohnkomfort. So ist die Hochebene als Stauraum nutzbar, darin verstecken sich unter anderem ein Tisch und zwei Stühle. Zur Ausstattung gehören zudem Einbauküche und Toilettenraum samt Waschbecken. Dazu verfügt die Einrichtung in der kleinsten Version über sechs Steckdosen und sechs LED-Spots. Die zweite Ausführung für 50.000 Euro hat fast 16 Quadratmeter Wohnfläche – auf zwei Ebenen, sodass hier bis zu vier Personen schlafen können. 

In den USA liegen die „Tiny Houses“ bereits voll im Trend. Stefan Diekmann produziert seit vergangenen Jahr in seinem Unternehmen an der Warendorfer Straße die rollenden Minihäuser, die überraschend viel Wohnkomfort bieten.

Optisch an skandinavische Hütten erinnert das dritte Haus, das immerhin 20,4 Quadratmeter Grundfläche bietet, 16 Quadratmeter im Erdgeschoss, dazu kommt eine zweite Ebene unter dem Dach mit einem vier Quadratmeter großen Schlafloft. Für das größte der kleinen Häuser müssen Kunden mindestens 60.000 Euro bezahlen. Alle drei Modelle sind auf einem für 3,5 Tonnen ausgelegten Anhänger montiert, sodass die „Tiny Houses“ an ihren Bestimmungsort geschafft werden können. 

"Tiny House" als Ferienwohnsitz

Die ersten Häuser hat Dieckmann im letzten Spätsommer gebaut. „Bisher haben wir 16 Häuser für völlig unterschiedliche Kunden produziert. Dabei waren zwei Ausstellungswagen für einen Pharmakonzern. Andere Kunden nutzten ein Minihaus als Erweiterung für ihr Büro“, berichtet der 33-Jährige. Nachdem die bisherigen Aufträge in erster Linie von gewerblichen Kunden stammen, kommen mit der Tchibo-Aktion Privatleute hinzu.

„Die nutzen die Häuser dann meist als Ferienwohnsitz“, hat Dieckmann festgestellt. Derzeit machen die Häuser etwa 30 Prozent des Umsatzes der Schreinerei Dieckmann aus. Wer eins haben möchte, muss es bestellen – und dann bis zu acht Monate warten, wenn er eins der Tchibo-Modelle wählt. In dieser Zeit wird das Haus produziert. Durch den regelrechten Boom der vergangenen Monate hat der Betrieb drei neue Schreiner angestellt. „Wir sind noch auf der Suche nach weiterer Verstärkung“, sagt der Geschäftsführer. 

Anfragen für Häuser liegen auch von Festival- und Hotelbetreibern vor. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage bietet das Unternehmen nun „Tage der offenen Tiny Houses“ an, an denen Interessenten einen Einblick in die Produktion und Minihäuser werfen können. Diese finden an drei Samstagen statt: am 19. und 26. Mai sowie am 2. Juni jeweils von 10 bis 16 Uhr.

Stefan Diekmann präsentiert auf diesem Foto das kleinste der für Tchibo produzierten Behausungen auf Rollen.

Rubriklistenbild: © Volkmer

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