In Hammer Wohnung

36-Jähriger gesteht Missbrauch von zwölfjährigem Mädchen

Der Angeklagte versteckt sich hinter einer grünen Mappe.
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Der Angeklagte aus Hamm zeigte sich geständig.

Ein neuerlicher Fall von sexuellem Kindesmissbrauch in Hamm beschäftigt das Dortmunder Landgericht. Der 36-jährige Angeklagte gab gleich zu Prozessbeginn am Dienstag zu, im Juni 2020 ein zwölfjähriges Mädchen in seiner Hammer Wohnung missbraucht zu haben.

Dortmund/Hamm – Mit leiser Stimme legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Er räumte ein, das Mädchen wenige Tage vor der Tat in einem Internet-Chat kennengelernt und zu einem Treffen in Hamm überredet zu haben. „Ich wusste, dass sie erst zwölf Jahre alt ist“, sagte der Angeklagte den Richtern. Auf die Gegenfrage, ob er deshalb eigentlich überhaupt keine Skrupel gehabt habe, antwortete er: „Da habe ich überhaupt nicht drüber nachgedacht.“

Missbrauch in der Wohnung des Hammers

Nach dem Geständnis steht fest, dass es in der Wohnung des Angeklagten zu intensiven sexuellen Handlungen gekommen ist. Von Gegenwehr hat selbst das Mädchen zu keinem Zeitpunkt etwas erzählt.

Den Richtern liegt auch der Chat-Verlauf zwischen dem Angeklagten und dem Kind vor. Daraus ist zu entnehmen, dass sich die Schülerin neugierig zeigte und immer wieder betonte, in die Wohnung des Angeklagten kommen zu wollen. „Aber es muss ihnen doch klar sein, dass Kinder immer anders reden als sie später handeln“, sagte der Vorsitzende Richter Ulf Pennig zum Angeklagten.

Nach Missbrauch noch ein gemeinsamer Spaziergang

Nachdem die Zwölfjährige schließlich sogar die Nacht in Hamm verbracht hatte, kam es offenbar am nächsten Morgen zu einem gemeinsamen Spaziergang. Unter einem Vorwand soll die Schülerin den 36-Jährigen dann noch einmal zurück in die Wohnung geschickt haben. „Und als ich dann wieder rauskam, war sie weg“, erinnerte sich der Angeklagte im Prozess.

Am Tag darauf wurde der Hammer schließlich festgenommen, weil das Kind seine Eltern und diese schließlich die Polizei informiert hatten. Als die Handschellen klickten, feierte der Angeklagte gerade seinen 36. Geburtstag.

Nach dem Geständnis muss die Schülerin aller Voraussicht nach nicht mehr als Zeugin aussagen. Das würde sich – wie immer – deutlich strafmildernd für den Angeklagten auswirken. Der Umstand, dass er aber schon 2016 mit einem damals zehnjährigen Kind Chatunterhaltungen mit sexuellem Inhalt geführt hatte, spricht allerdings gegen den Mann.

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