Operationen, Fieber, Narkose: Team aus Tansania zurück

Hammer Forum schenkt Chance auf Gesundheit in der Zukunft

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Die Ärzte und Pfleger behandelten Kinder mit Brandverletzungen und extremer Beinschiefstellung.

Hamm – Kinder, die in ihrem Heimatland nicht behandelt werden können, fliegt das Forum zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Darüber hinaus schickt das Hammer Forum qualifizierte medizinische Teams in verschiedene Krisengebiete dieser Welt, um Kindern vor Ort die Chance auf eine gesunde Zukunft zu geben.

Seit 1981 kümmert sich das Hammer Forum um die medizinische Versorgung von Kindern in Krisengebieten. Jetzt stand wieder ein Hilfseinsatz an, den der ehemalige Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie des EVK, Dr. Gabriel Tewes, leitete. Er flog mit einem Team nach Tansania. Mehrmals behandelte das Team bereits Kinder in der Missionsstation Ifunda.

Viele Kinder mussten nach Brandverletzungen operiert werden. „Die meisten Menschen in Tansania leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele Familien können sich keinen sicheren Ofen zum Kochen leisten und benutzen Feuergruben oder Petroleum-Kocher. Nicht wenige Kinder fallen in die Feuerstellen und verbrennen sich die Haut. Zurück bleiben schwere, großflächige Verbrennungsnarben und Kontrakturen, die dazu führen, dass Arme und Beine nicht mehr gestreckt und benutzt werden können“, beschreibt der Hammer Mediziner die Ausgangssituation.

Dass wieder ein deutsches Ärzteteam nach Tansania kommt, hatte sich bei den einheimischen Familien schnell herumgesprochen. So warteten bereits rund 100 Kinder mit ihren Eltern auf die deutschen Ärzte. Teilweise hatten sie bis zu 600 Kilometer zurückgelegt, um sich behandeln zu lassen. Tewes: „Viele waren abgemagert und ermattet von der langen Reise und erhofften sich nur eine Behandlung für ihre Kinder. Die Eltern konnten auf Notliegen in der alten Kirche übernachten und waren überaus dankbar, wenn wir ihnen das Reisegeld für die Rückfahrt schenkten.“

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Bei der Visite wurde das Procedere für die nächsten Tage festgelegt. „Das verlangte uns manchmal einen gewissen Jagdinstinkt ab, da die Patienten wie auch die Mütter nicht anwesend waren oder in falschen Betten lagen“, so Tewes. Zur Vereinfachung hatte jeder Patient bei der Erstuntersuchung ein Armbändchen mit fortlaufender Nummer erhalten.

In den 14 Tagen wurden 102 Patienten operiert, bei denen im postoperativen Verlauf großflächige Verbandwechsel – ebenfalls in Narkose – von Nöten waren. In diese Nachsorge wurde das einheimische Pflegepersonal von vornherein mit einbezogen. Bei Komplikationen, so hatten die Ärzte vereinbart, sollte über das Internet Kontakt aufgenommen werden.

Schon bei früheren Einsätzen waren den Medizinern eine große Zahl von O- und X-Beinen aufgefallen. Bei 15 Patienten wurde dabei eine Umstellungsosteotomie für notwendig erachtet und durchgeführt, bei weiteren 15 Patienten, die im Vorjahr operiert worden waren, wurde das Metall jetzt wieder entfernt. 16 Patienten mit orthopädischen Fehlbildungen wurden bereits für das nächste Jahr vorgemerkt.

Dr. Gabriel Tewes leistete mit seinem Team und einheimischen Kräften Hilfe für viele Kinder (zur Komplettansicht auf das Kreuz recht-oben klicken).

Neben der Arbeit im OP blieb wenig Zeit für Freizeit. Gleichwohl nutzen die Mediziner des Hammer Forums das Wochenende für kleinere Ausflüge in die Umgebung. Beeindruckt zeigte sich die Gruppe von dem Gottesdienst, den sie gemeinsam mit vielen Einheimischen in der Missionsstation feierte. Fast 400 Gläubige warteten in der Kirche auf den Beginn der Messe. „Eine gut ausgebildete Scola begann mit dem Gesang und die ganze Gemeinde stimmte mit ein, sodass einem ein kalter Hauch den Rücken hinunter lief“, schildert der Hammer Mediziner seine Eindrücke.

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Während ihres Aufenthaltes in der Missionsstation besuchte die Gruppe auch die Schule, dabei fiel den Medizinern auf, in welchem herunter gekommenen Zustand sich Wandputz und Farbe eines Klassenraumes befanden. „Wir beschlossen deshalb, zwei Spenden umzusetzen und die Wände neu grundieren und anstreichen zu lassen. Von der Kinderhilfe Tansania wurden im Rahmen dieser Aktion neue Fenster gestiftet.“

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