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So läuft Energiesparen in Hammer Fitnessstudios ab

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Ein Frau trainiert mit Mundschutz in einem Fitnessstudio.
Erst schwitzen in kalter Umgebung? So wollen Betreiber von Fitnessstudios auf die Energiekrise reagieren. © Marius Becker/dpa

Energie wird knapper und teurer, in Privathaushalten wie bei Unternehmen muss gespart werden. Spürbar könnte das für Hammer auch beim Gang ins Fitnessstudio werden. Eine Nachfrage.

Von Pia Sofie Bartmann

Erst war es die Pandemie, die die Welt in den vergangenen zwei Jahren ausgebremst hat. Nun ist es der Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängende Energiekrise, die die Menschen vor ein neues Problem stellt. Viele Betriebe haben Angst, ihre Kosten bald nicht mehr decken zu können. Wer in den vergangenen Jahren vorgesorgt hat, kann jedoch erstmal etwas entspannter in die Zukunft blicken. So zum Beispiel Thomas Johannpeter, der sein Sportstudio, das Aktivita, mit Fernwärme speist und frühzeitig in langfristige Lieferverträge investiert hat.

Fitnessstudio mit Solarpanels, Zeitschaltuhren in der Dusche

„Wir sparen schon lange an verschiedenen Stellen. Seit zehn Jahren haben wir Solarpanels auf dem Dach. Auch unsere Duschen sind durch eine Zeitschaltung mit Intervallen gesteuert. So sparen wir Wasser, während bequemes Duschen trotzdem noch möglich ist“, sagt er. Vor zwei Jahren sei aufgrund der Pandemie außerdem eine neue, nachhaltigere Klimaanlage im Aktivita eingebaut worden.

Ölheizung im Fitnessstudio gut gefüllt

Auch Michael Schlapmann von Vital Sports Hamm hat vor sieben Jahren in eine Solaranlage investiert, die das Duschwasser erwärmt. Er arbeitet eng mit dem Deutschen-Sportstudio-Verband zusammen, der für Fitnessstudiobetreiber unter anderem Seminare zum Thema Energieersparnis anbietet. „Wir haben vorgesorgt. Unsere Ölheizung ist gefüllt, damit wir über den Winter kommen“, erklärt Schlapmann. „Für die Zukunft planen wir, eine Wärmepumpe einzubauen, damit wir nicht länger abhängig sind von Gas und Öl. Wir haben smarte Heizkörperventile und eine Lüftungsanlage mit Rückgewinnung. Unsere Duschen werden bald noch zusätzlich mit Sparköpfen ausgestattet.“ Sogar für die Entscheidung, die Raumtemperatur im Winter auf 18 Grad zu drosseln, hätten alle Kunden Verständnis gezeigt.

„Wir sparen überall da, wo wir es versuchen können“, sagt Christian Dürwald von Vita Gesundheit Hamm. „Das Licht wird ausgeschaltet, wenn wir fertig sind, und unsere Klimaanlage kühlt nur noch die Räume, die gerade gebraucht werden.“ Früher, blickt er zurück, sei man fahrlässiger mit den Ressourcen umgegangen, das habe sich inzwischen geändert.

Neben den Energiekosten sind gestiegene Personal- und Nebenkosten noch ein weiteres Problem, mit dem die Betreiber zu kämpfen haben. „Wir müssen ganz eng kalkulieren. Der Gewinn wird immer weniger. Wer keine Energiemaßnahmen ergreift, wird irgendwann seine Preise erhöhen müssen“, sagt Michael Schlapmann.

Vorerst, da sind sich alle Betreiber einig, ist jedoch keine Erhöhung geplant. „Jetzt ist nicht die richtige Zeit, um die Beiträge zu erhöhen“, so Johannpeter. Aufgrund der ungewissen Lage würden sich viele ein Fitnessstudio dann nicht mehr leisten können. „Wer weiß, vielleicht kommen unsere Kunden ja demnächst zum Duschen hierher, wenn es zuhause zu teuer wird“, scherzt Johannpeter.

Auch Christian Dürwald möchte abwarten, wie sich die Lage im kommenden Jahr verändert, bevor er an eine Erhöhung der Beiträge denkt. „Das Wichtigste ist, dass man nicht in Panik verfällt und versucht, so viele Kunden wie möglich zu halten“, sagt er.

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