Kritik an neuen Dienstzeiten der Hammer Feuerwehr

Zum 1. Januar sollen Zwölf-Stunden-Schichten eingeführt werden.
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Zum 1. Januar sollen Zwölf-Stunden-Schichten eingeführt werden.

Hamm  - Bei der Feuerwehr wächst die Kritik an dem geplanten neuen Dienstzeitmodell. Drei Gewerkschaften halten zwar eine Begrenzung der Arbeitszeiten im Rettungsdienst für sinnvoll, wollen aber die 24-Stunden-Schichten der Berufsfeuerwehrleute retten. Die Stadt verweist auf gesetzliche Vorgaben, die dem entgegenstehen.

Bisher arbeiten die 120 Berufsfeuerwehrleute in Hamm im 24-Stunden-Dienst. Im Brandschutz gilt das als unproblematisch, im Rettungsdienst, in dem viel mehr Einsätze anfallen, aber als sehr belastend. Mit der Übernahme der bisherigen Falck-Mitarbeiter in den städtischen Rettungsdienst will Personal-Chef Bernd Maßmann deshalb zum 1. Januar im Rettungsdienst grundsätzlich Zwölf-Stunden-Dienste einführen. Der Personalrat hat bisher nicht zugestimmt.

In der Berufsfeuerwehr rumort es deshalb, wenn man den drei dort tätigen Gewerkschaften Glauben schenkt. Die 24-Stunden-Dienste sind bei den Feuerwehrbeamten beliebt, viele haben ihr Familienleben darauf abgestimmt.

Die Kommunale Beamten- und Angestelltengewerkschaft (Komba), die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) stimmen der Stadt in Sachen Rettungsdienst durchaus zu: Zwölf Stunden pro Schicht sollten genug sein. Sie möchten aber, dass Berufsfeuerwehrleute danach in eine Zwölf-Stunden-Schicht auf dem Löschzug wechseln können, um den 24-Stunden-Turnus zu erhalten. In Berlin und Dortmund werde das Verfahren angewandt, sagte Andreas Jedamzik, stellvertretender DFeuG-Landesvorsitzender. Auch Thorsten Schwark (Komba) und Sabine Vedder-von Kleist (Verdi) halten das Modell für eine praktikable Lösung.

Maßmann hält den Vorschlag für nicht rechtskonform: Nach Landesvorgaben müsse der Anteil des Bereitschaftsdienstes den des aktiven Dienstes in einer 24-Stunden-Schicht übersteigen. Im reinen Brandschutz sei das bei Entgegenkommen der Stadt möglich, in Kombination mit dem Rettungsdienst funktioniere die Rechnung aber nicht mehr.

Die Gewerkschaftsvertreter befürchten, dass sich beim reinen Zwölf-Stunden-Modell zahlreiche Feuerwehrleute in anderen Städten bewerben, die am 24-Stunden-Turnus festhalten. Die Gefahr sehe er in Hamm nicht, sagte Maßmann. Die gesetzlichen Vorgaben gebe es ja im gesamten Land.

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