Vor allem Ältere sagen ab

Corona: Hammer beschränken sich aufs Nötigste – Friseure spüren das besonders

Haarewaschen ist vor dem Schneiden Pflicht: Viele Kunden schrecken wegen der Hygiene-Regeln und steigender Corona-Fallzahlen aktuell vor dem Friseurbesuch in Hamm zurück.
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Haarewaschen ist vor dem Schneiden Pflicht: Viele Kunden schrecken wegen der Hygiene-Regeln und steigender Corona-Fallzahlen aktuell vor dem Friseurbesuch zurück.

Trotz der gestiegenen Corona-Fallzahlen und die daraus resultierenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens gehen die Hammer entspannt mit der aktuellen Situation um.

Hamm – In Lebensmittelmärkten etwa gab es zuletzt weder Hamsterkäufe noch gereizte Stimmung wie zu Beginn der Pandemie. Was allerdings auffällt: Die Hammer beschränken sich auf das Nötigste, gehen weniger aus oder verschieben nicht notwendige Termine – zum Beispiel beim Friseur.

Detlef Weltermann von „Weltermannhair“ erwirtschaftet aktuell kein Plus. Im Vergleich zum Vorjahr hat er zwar geschätzt 80 Prozent der Einnahmen, aber vor allem ältere Kunden riefen in den vergangenen Tagen vermehrt an, um ihre Termine abzusagen. „Zudem fehlen uns Einnahmen durch Hochzeiten, Schützenfeste und Abibälle. Das macht eine Menge aus“, sagt Weltermann. Er geht auch davon aus, dass Karneval kaum in gewohnter Art stattfinden kann und er deshalb auch dort mit keinem weiteren Kunden rechnen kann.

„Pro Woche fehlen uns aktuell circa 500 Euro.“ Aktuell kämen nur die Kunden, die aufgrund von neuer Haarfarbe oder raus gewachsenen Frisuren unbedingt in den Salon müssten. Weltermann: „Noch können wir kostendeckend arbeiten. Das ist mehr, als ich erwartet habe bei den Zahlen. Werden es jedoch noch weniger Kunden, wird es ein Problem.“

Die Lage spitzt sich zu: Weniger Kunden bedeuten weniger Umsatz

Gleich sechsmal so hart trifft es die Friseursalon-Kette Schulte. Sechs Betriebe gibt es in Hamm, die unter den hohen Corona-Fallzahlen leiden. „Aktuell läuft es nicht so berauschend“, erklärt Ute Kaminski vom Salon Schulte. Wegen des Mindestabstandes können ohnehin nur drei der zehn Stühle gleichzeitig besetzt werden. „Weniger Kunden bedeutet auch weniger Umsatz“, so Kaminski. Die hohe Nachfrage nach dem Lockdown sei mittlerweile abgeebbt und dennoch sei es seit der vergangenen Woche noch um einiges ruhiger geworden. Kaminski bestätigt auch Weltermanns Eindruck: „Vor allem ältere Kunden sagen Termine vorsichtshalber ab.“

Doch etwas Positives gebe es trotzdem: Sie gewinne Neukunden, wenn die Konkurrenz wegen schlechter Umsetzung der Schutzmaßnahmen Kunden verprelle. Umsatz gebe es in den Salons dennoch kaum. Obwohl die Schutzmaßnahmen schon lange zum Friseurbesuch dazu gehören, können sich nicht alle Kunden damit anfreunden. So gebe es immer wieder Unverständnis für das vorherige Haarewaschen oder darüber, dass im Salon Schulte auch Kinder Masken tragen müssen. „Wir müssen auch unsere 22 Mitarbeiter schützen, da gibt es dann nichts zu diskutieren“, sagt Kaminski.

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