Energiewende von unten

Hamm wird Teil des Klima-Projekts Innovation City Ruhr

Foto: Jürgen MenkeThyssen-Gelände
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Das Thyssengelände gehört genau wie die Wilhelmstraße und Teile des Hafens zum Projektgebiet „Hamm Weststadt“.

Hamm - Innovation City Ruhr hatte die Stadt Hamm werden wollen, doch den Zuschlag bekam seinerzeit die Stadt Bottrop. Über einen Umweg gelang es der Stadt Hamm mit Verspätung von fünf Jahren jetzt doch noch, mit zwei Quartieren an der aktuellen Ausweitung des Ruhrgebiets-Projektes teilzunehmen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gab am Montag in Oberhausen bekannt, dass die Stadt Hamm mit den Quartieren „Hamm-Weststadt“ und „Ehemaliges Bergwerk Heinrich-Robert/Pelkum-Wiescherhöfen“ am „roll out“ des Bottroper Erfolgsmodells teilnehmen wird.

„Wir versprechen uns einiges davon“, sagte auf WA-Anfrage Planungsamtsleiter Hans-Martin Muhle. Ziel des vom Initiativkreis Ruhr initiierten Projektes ist eine Energiewende von unten: Mithilfe der energetischen Sanierung von Gebäuden, die sich in privater Hand befinden, soll der CO 2-Ausstoß nachhaltig gesenkt werden.

Messbarer Erfolg in Bottrop nach fünf Jahren 

In Bottrop gibt es fünf Jahre nach dem Start des Projektes bereits messbare Erfolge. Die Modernisierungsquote liege dort heute bereits bei 16 Prozent. Das sei vergleichsweise viel, so Muhle. In Bottrop sei es ein einfach verständlicher Förderbaustein entwickelt worden: Pro eingesparter Tonne CO 2 erhielten die Hauseigentümer 50 Euro. „Diese Möglichkeiten werden wir in Hamm leider nicht haben“, so Muhle. Man werde versuchen, die Eigentümer mit „den normalen Mitteln“ – zum Beispiel Tilgungsnachlässen – zur energetischen Sanierung zu bewegen.

Projektgebiet „Hamm Weststadt“

Das Projektgebiet „Hamm Weststadt“ umfasse 160 Hektar, so Muhle weiter. Knapp 7 000 Menschen leben hier. Bei dem Areal handle es sich um den „vorderen Westen“. Die Wilhelmstraße, Teile des Hafens und das alte Thyssengelände lägen in dem Projektgebiet. Hier soll versucht werden, die Eigentümer der im Stadtvergleich überdurchschnittlich häufig leerstehenden ehemaligen Ladenlokale dazu zu bewegen, ihre Gebäude nicht nur energetisch zu sanieren, sondern sie auch neuen Nutzungen wie zum Beispiel Wohnen zuzuführen. Das Handlungskonzept Weststadt werde im Kern ein Modernisierungsprogramm sein, das in den nächsten sechs Monaten entwickelt werden soll. 

Projektgebiet rund um das ehemalige Bergwerk Heinrich-Robert

Das zweite Projektgebiet beschreibe einen Kreis rund um das ehemalige Bergwerk Heinrich-Robert, so Muhle. Auf der Fläche von 164 Hektar lebten rund 3 700 Menschen. Die alte Arbeitersiedlung und der Markt in Wiescherhöfen lägen in dem Plangebiet. Auch hier sollen die Eigentümer dafür gewonnen werden, ihre überdurchschnittlich alten Gebäude energetisch zu sanieren. Innerhalb des Projektes sei auch die energetische Sanierung und Modernisierung eines Teiles der alten Bergbaugebäude möglich, die für die hier geplante Kreativwirtschaft genutzt werden sollen.

Mehr zur Innovation City Ruhr erfahren Sie hier.

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