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18 Länder in 13 Monaten: Weltreisende aus Hamm berichten von Abenteuern und gefährlichen Situationen

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Von: Svenja Jesse

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Hoch hinaus: Zum Geburtstag gabs für Marius eine Ballonfahrt über Mexiko.
Hoch hinaus: Zum Geburtstag gabs für Marius Pöpsel eine Ballonfahrt über Mexiko. © Pöpsel

Der Hammer Marius Pöpsel und seine Freundin Vlada Vegilanski sind von ihrer Weltreise zurückgekehrt. 13 Monate reisten sie durch Osteuropa, Russland, Süd- und Mittelamerika und haben unterwegs einiges erlebt.

Hamm – Vor gut 13 Monaten haben Vlada Vegilanski und Marius Pöpsel ihre Rucksäcke gepackt und sind zu einer Weltreise aufgebrochen. Das Ziel: Mit Bus und Bahn von Deutschland bis nach Bali zu reisen. Es kam jedoch alles anders als geplant. Wegen Corona waren viele Grenzen lange dicht, die Einreiseregeln streng.

So ging es für den Hammer und seine Freundin letztendlich von Deutschland über Russland nach Südamerika. „Wir haben super viele neue Erfahrungen gemacht, viele Dinge zum ersten Mal ausprobiert. Ich bin richtig froh, dass wir das gemacht haben“, sagt der 27-Jährige.

Weltreise mit 1.000 Euro pro Monat

18 Länder auf vier Kontinenten haben die beiden auf ihrer Weltreise erkundet. Und das alles mit einem Budget von rund 26.000 Euro – also etwa 1.000 Euro pro Person pro Monat. „Wir haben fast nur in Hostels geschlafen, das war natürlich nicht immer toll, aber es war es absolut wert. Es ist der Wahnsinn, was man in einem Jahr erleben kann“, sagt Vegilanski.

Natürlich gabs auch eine Alpakawanderung an den Rainbow-Mountains in Peru.
Natürlich gabs auch eine Alpakawanderung an den Rainbow-Mountains in Peru. © Pöpsel

Beide können noch immer nicht so richtig fassen, was sie im vergangenen Jahr erlebt haben. So folgt auf die Frage nach dem Lieblingsmoment erstmal ein langes Schweigen. Wie soll man sich da auch entscheiden.

„An meinem Geburtstag hat mich Vlada mit einem Ballonflug überrascht. Ich hatte keine Ahnung, wo es hingeht und plötzlich waren wir in der Luft und unter uns die Mayapyramiden von Mexiko. Das war ein besonderer Moment“, erzählt Pöpsel.

Ihre Erlebnisse haben die Weltreisenden auf einem Instagram-Kanal festgehalten. „Wir haben aber irgendwann gemerkt, dass wir viel verpassen, wenn wir alles immer nur durch die Linse sehen“, erklärt Vlada. So gab es irgendwann nur noch kleine Updates – hauptsächlich für die Großeltern, die ihre Enkel dort sehen wollten.

Kampf gegen eigene Ängste: Bungee-Sprung und Tauchschein

Neben einigen 1.000 Fotos an glasklaren Seen, auf hohen Berggipfeln, in Schlammgruben und vor glühenden Vulkanen, haben die beiden aber auch Erfahrungen gemacht, die kein Bild festhalten kann. So war die Reise für die 26-Jährige auch ein Kampf mit eigenen Ängsten.

„Wir haben in Costa-Rica einen Bungee-Sprung gemacht. Ich wollte das eigentlich nie machen. Habe es dann aber gewagt und es hat meine Denkweise verändert, weil ich gemerkt habe, die Angst sitzt nur in meinem Kopf. Wenn ich das überwinden kann, kann ich alles schaffen“, sagt sie.

Darauf folgten weitere Abenteuer. Obwohl Vegilanski gerade erst schwimmen gelernt hatte, machten die beiden einen Tauchschein, schwammen in einem Schlammvulkan und erlebten in Guatemala sogar einen Vulkanausbruch aus der Nähe.

Camping am brodelnden Vulkan: In Guatemala erlebten Vlada und Marius einen Vulkanausbruch.
Camping am brodelnden Vulkan: In Guatemala erlebten Vlada und Marius einen Vulkanausbruch. © Pöpsel

„Es gibt da einen Vulkan, den man besteigt und gegenüber ist ein anderer Vulkan, der alle 15 Minuten ausbricht. Man zeltet genau gegenüber und in der Dunkelheit sieht man dann die Lava da runterfließen und spürt die Vibrationen vom Ausbruch“, beschreibt die 26-Jährige.

Plötzlich wird geschossen: Schockmoment in Kolumbien

Allerdings gab es in den 13 Monaten nicht nur schöne Erlebnisse. So geriet das Paar in Kolumbien mitten in eine Schießerei auf der Straße.

„Wir waren in einem guten Ortsteil und wollten eigentlich nur Einkaufen gehen. Da haben wir mehrere Knalls gehört. Wir dachten erst, es waren Böller, aber es waren zwei Rollerfahrer, die auf Polizisten geschossen haben. Wir standen knapp 15 Meter daneben und mussten uns dann dort hinter Wänden und Autos verstecken. Es ist zum Glück alles gut gegangen, aber es war definitiv ein Schockmoment“, erinnert sich Vegilanski.

Auf ein Abenteuer folgt für das Paar bald schon das nächste, denn all zu lange wollen die beiden nicht in Hamm bleiben. „Wir sind gerade auf Jobsuche“, verrät Pöpsel. Ein paar Bewerbungen haben sie dafür auch schon in die Schweiz geschickt. Vielleicht ist also bald schon wieder Kofferpacken angesagt.

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