1. wa.de
  2. Hamm

Fischer-Halle für Flüchtlinge vorbereitet - viele Fotos

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Fleißige Helfer beim Aufbau in der Fischer-Halle.
Fleißige Helfer beim Aufbau in der Fischer-Halle. © Thorsten Hübner

Die Alfred-Fischer-Halle in Heessen ist am Wochenende als Notaufnahme für Flüchtlinge aus der Ukraine hergerichtet worden.

Hamm - Bis zu 500 vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtete Menschen sollen in der zuletzt leer stehenden Alfred-Fischer-Halle vorübergehend unterkommen können. Bis mit der Belegung begonnen wird, dauert es noch etwas: Vorher soll auf das leer stehende Jugendgästehaus Sylverberg im Kurpark und auf Appartements im Berufsförderungswerk zurückgegriffen werden. Bisher sind bereits Flüchtlinge im Glunz-Dorf untergekommen. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken.)

Durch Stellwände wie beim Messebau sollen die einzelnen Hausstände in der Heessener Halle zumindest ein bisschen Privatsphäre erhalten. Die Betreuung wird - wie schon im Flüchtlingsjahr 2015 - der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) übernehmen.

Stadt sucht Übersetzer für Ukrainisch und Russisch

60 bis 70 Sprachmittler mit Ukrainisch- oder Russisch-Kenntnissen haben sich bislang bei der Stadt gemeldet. Sie werden bei der Betreuung der Flüchtlinge bereits eingesetzt. Weitere Personen mit Erfahrungen im Bereich Deutsch als Fremdsprache (auch pensionierte Lehrkräfte) werden absehbar benötigt.

Geplant ist, dass die ukrainischen Schulkinder zunächst nicht in bestehende Schulklassen integriert werden, sondern zunächst allein in der deutschen Sprache unterwiesen werden. Kita-Kinder kommen direkt in eine Gruppe, Notgruppen sind in Planung. Das Gesundheitsamt ist dabei, den Impfstatus (Masern, Polio, Röteln etc.) der Kinder zu optimieren.

Ukraine-Krieg: Welle der Hilfsbereitschaft in Hamm

Die Welle der Hilfsbereitschaft in Hamm unterdessen überwältigend. „Aber das wird kein Kurzstreckenrennen, sondern wieder ein Marathonlauf werden. Und wir müssen dafür sorgen, dass wir nicht ausbrennen“, mahnt Oberbürgermeister Marc Herter. (Sie wollen aktiv helfen? Mit einem Klick auf diesen Link erhalten Sie wertvolle Informationen!)

Bei den Befragungen der bislang angekommen Flüchtlinge habe sich gezeigt, dass die meisten so schnell wie möglich wieder in ihre Heimat zurückkehren wollten, hieß es jüngst aus dem Rathaus. Zumindest teilweise kämen die Menschen aber aus bombardierten Städten, und ohnehin ist das Kriegsende nicht in Sicht. Von extremsten Schicksalschlägen wie dem Tod des Ehepartners hätten die Flüchtlinge bislang nicht berichtet/berichten müssen. Psychologische Hilfestellungen würden derzeit weitgehend abgelehnt. Die Menschen wollten nach vorne blicken – aber auch das könne sich ändern und sei kein Indikator, dass keine Traumata vorlägen. - WA/fl

Auch interessant

Kommentare