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Quote mehr als erfüllt: Hamm nimmt mehr Ukrainer auf als erwartet

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Von: Frank Lahme

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Die Alfred-Fischer-Halle in Heessen wird für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet.
Die Alfred-Fischer-Halle in Heessen wird weiter für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbehalten. © Thorsten Hübner (Stadt Hamm)

1.306 ukrainische Kriegsflüchtlinge sind aktuell in Hamm gemeldet. Wie die Stadt seit Dienstag weiß, sind das (formal) deutlich zu viele. 480 Personen, um genau zu sein. Die Zuweisungsquote in Hamm liegt mittlerweile bei mindestens 130 Prozent und ist somit deutlich übererfüllt.

Hamm – Auch der städtische Verwaltungsvorstand, der nach seiner Sommerpause am Dienstag erstmals wieder tagte, nahm die 130-Prozent-Zahl mit Erstaunen zur Kenntnis. Schließlich hatte es über Wochen und Monate von der Arnsberger Bezirksregierung geheißen, dass Hamm zu wenig Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen habe.

Mehr Ukraine-Flüchtlinge in Hamm als erwartet: Gibt es Konsequenzen?

Nun also ist alles anders. Der Flüchtlingsstrom ist nahezu versiegt, und der Zuweisungsschlüssel, nach dem das Land den Kommunen Flüchtlinge zuteilt, abermals geändert worden – mit dem Ergebnis, dass Hamm jetzt klar über dem Plan liegt.

Konsequenzen werde das aber keine nach sich ziehen, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Wer als Kriegsflüchtling in Hamm aufgenommen wurde, werde auch weiterhin hier seinen Lebensmittelpunkt behalten. Lediglich für den – unwahrscheinlichen – Fall, dass die Bezirksregierung der Stadt noch weitere Flüchtlinge zuweisen wolle, werde man auf die bereits gegebene Überfüllung hinweisen und ablehnen.

Nicht alle Ukraine-Flüchtlinge sind in Hamm geblieben

Es ist nicht die einzige Überraschung, die am Dienstag bekannt wurde. Neben den 1.306 registrierten Flüchtlingen sind in Hamm derzeit noch 74 ukrainische Staatsbürger in Hamm gemeldet. Vor dem Krieg, der am 24. Februar ausgebrochen war, lebten in Hamm 110 ukrainische Staatsbürger. Ein Drittel hat folglich im Zuge des Krieges die Stadt verlassen. Einzige Erklärung im Rathaus hierfür ist, dass sich diese Menschen vermutlich in ihre Heimat begeben haben, um ihr Land zu verteidigen oder ihren Familien beizustehen.

Bei den nach Hamm gekommenen Kriegsflüchtlingen handelt es sich meist um Frauen und Kinder. Rund 800 von ihnen sind in 242 von der Stadt angemieteten Wohnungen untergebracht, die übrigen haben privat eine Wohnung angemietet.

Hallen-Nutzung

Die Alfred-Fischer-Halle in Heessen wird auch die nächsten Monate für Flüchtlinge vorgehalten. Das hat der Verwaltungsvorstand am Dienstag beschlossen. Die Halle ist seit zwei Wochen leergezogen. Die Infrastruktur wird aufrechterhalten, um einer möglichen neuen Welle im Herbst/Winter begegnen zu können. Die Von-Thünen-Halle ist hingegen nicht mehr als Anlaufstelle für Ukrainer vorgesehen. 

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