Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch

Hammer Protestbotschaften mit Kreide auf Mauern und Wegen geschrieben

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Diese Kreidebotschaft ist an der Königstraße an der Mauer der Tiefgarage zu lesen - hier nur ein Ausschnitt. 

Hamm - Mit Kinderspielzeug für ein besseres Klima: Das ist ganz offenbar die Marschroute von unbekannten Umweltschützern in Hamm. Sie wollen dem Kampf gegen den Klimawandel mit großflächig aufgemalten Botschaften an der Königstraße und der Gutenbergstraße mehr Aufmerksamkeit verschaffen.

Aber darf man überhaupt mit Kreide willkürlich Sprüche auf Straßen und an Mauern im öffentlichen Raum kritzeln? Das hänge vom Einzelfall ab, erklärte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Grundsätzlich sei nicht davon auszugehen, dass durch Kreidezeichnungen im Gegensatz zu Sprühfarbe ein bleibender Schaden entstehe. Verbleibt nach dem nächsten Regen allerdings eine dauerhafte Verunreinigung, müsse wegen Sachbeschädigung ermittelt werden. Wird die Kreide auf privatem Grund – wie also auf die Mauer der Tiefgarage an der Königstraße – aufgemalt, kann es sich zudem um Hausfriedensbruch handeln. Für die Reinigung kann der Eigentümer zivilrechtlich gegen den Verursacher vorgehen, sofern ihm dieser bekannt ist. 

Dass die bunten Botschaften in Hamm von Dauer sind, ist fraglich. Am Freitagmorgen hat der, wenn auch nur leichte Regen schon den einen oder anderen Kreidestrich etwas verblassen lassen, mehr aber nicht.

Eher eine Einzelaktion

Und auch, ob aus den Einzelaktionen in Hamm eine Bewegung wird, ist ungewiss. Nutzt in sozialen Netzwerken doch lediglich ein Nutzer bisher den zu den Botschaften gekritzelten Hashtag „#chalkingforfuture“ (deutsch: Kreiden für die Zukunft).

Protest vor Silvester.

"Brot statt Böller"

Schon kurz vor Silvester waren ähnliche Zeichnungen unweit des Marktplatzes an der Pauluskirche aufgetaucht. Damals wurden Botschaften wie „Brot statt Böller“ oder „Feuerwerk = Panik, Angst und Tod für Wild- und Haustier“ auf die Pflastersteine aufgetragen.

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