Millimeter-Arbeit in Rhynern

Spektakulärer Schwertransport in der Nacht: Drei gigantische Windrad-Flügel erreichen Hamm - mit Video

Millimeter-Arbeit war gefragt, als das 70 Meter lange Fahrzeug von der B63 auf die Unnaer Straße abbog.
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Millimeter-Arbeit war gefragt, als das 70 Meter lange Fahrzeug von der B63 auf die Unnaer Straße abbog.

Ein Konvoi mit drei Schwertransportern lieferte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die drei Rotorblätter für die neue Windenergieanlage in Freiske an. Die spektakuläre Fahrt verlief ohne Probleme und Zwischenfälle. Etliche Schaulustige fanden sich mit Smartphones und Fotoapparaten an der Strecke ein.

Rhynern - Was für eine Meisterleistung der Lkw-Fahrer. Innerhalb von nur anderthalb Stunden manövrierten sie am ganz späten Donnerstagabend die riesigen Windrad-Flügel von der Autobahn-Anschlussstelle an der B63 auf direktem Wege zur Baustelle der ersten Windenergieanlage in Freiske.

Kurz vor Mitternacht verließ der Konvoi die Autobahn in Rhynern, gegen 1.30 Uhr war die teure Fracht am Zielort angekommen. Bis zur endgültigen Montage verweilen die Monster-Flügel auf dem Feldweg zwischen Hellweg und In der Lengde in Freiske.

Schwertransport: Drei Tage bis zum Zielort in Hamm

Über 70 Meter lang war jeder der drei Spezialtransporter, gerade lang genug, um die etwa 67 Meter langen Flügel zu transportieren. Diese sind am Stück geliefert worden und brauchten entsprechend große Radien in den glücklicher Weise wenigen Kurven, die auf Hammer Stadtgebiet zu absolvieren waren.

Ursprünglich startete der Tross in Bremen und brauchte drei Tage bis zum Ziel in Freiske. Die Autobahn selbst ist dabei nicht das große Probl5em, denn auf gerader Strecke dürfen die Transporter rund 80 Kilometer pro Stunde fahren. Aber jede Kurve wird bei dieser Fracht zu einer Herausforderung, die Zeit in Anspruch nimmt. Mit Blick auf die vorgeschriebenen Lenkzeiten darf auch nur ab einer gewissen Uhrzeit gefahren werden - verläuft ein solcher Transport eben in Etappen.

Schwertransport: Ampel abgebaut, Straßenschilder entfernt

Die letzte führte über die A1 von Osnabrück zum Kamener Kreuz, dann über die A2 nach Rhynern. Der Reihe nach bogen sie von der B63 bei Möbel Höffner auf die Unnaer Straße in Richtung Bönen. Dazu war eine Ampel abgebaut worden. „Viel mehr war abgesehen von ein paar Straßenschildern tatsächlich nicht im Weg“, erklärte Manuel Hupertz, Projektleiter von Enercon. Dennoch war zum Teil Millimeter-Arbeit gefragt.

Endlos scheinend: Ein Flügel misst eine Länge von etwa 67 Metern.

Einige Schaulustige hatten sich auch zu später Stunde entlang der Strecke postiert. Es kommt halt nicht alle Tage vor, dass ein Schwertransport dieser Art durch Rhynern und Freiske rollt. Blinkende Lichter in Blau und Gelb begleiteten den Konvoi bestehend aus Begleitfahrzeugen, den drei Transportern und einer kleinen Mannschaft der Polizei, die in erster Linie den Verkehr regelte.

Für Windradflügel: 2.400 Quadratmeter Platten auf Feld verlegt

Schwieriger als die große Kreuzung von Werler und Unnaer Straße war das Abbiegen von der Unnaer Straße auf den Hellweg. Dies ging nicht in einem Zug. Die Transporter mussten zunächst am Hellweg vorbeifahren, um dann rückwärts auf das Feld zwischen Gobel-von-Drechen-Straße und Blitzersäule zu setzen. Dazu war das Feld extra mit 2.400 Quadratmetern Metallplatten ausgelegt worden.

Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske

Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske
Nächtlicher Schwertransport : Windrad Rotoren erreichen Hamm Freiske

Wie geht es nun weiter auf der Baustelle? Im Laufe des Wochenende werden die beiden noch fehlenden Turmelemente mit Hilfe des riesigen Krans hochgezogen und montiert. Anschließend wird das Maschinenhaus aufgesetzt, die Rotornabe als Verbindungsglied zwischen Rotorblatt und Maschine ist noch nicht angeliefert worden.

Sie wird in den nächsten Tagen erwartet, so dass anschließend das Windrad mit den Flügeln komplettiert wird. Anschließend wird der Kran zur zweiten Anlage südlich der A2 gefahren, wo dann das gleiche Schauspiel erneut über die Bühne gehen wird.

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