1. wa.de
  2. Hamm

Einkaufen per App: Online-Supermarkt „Picnic“ bald auch in Hamm verfügbar

Erstellt:

Von: Cedric Sporkert

Kommentare

Supermarkt im XXL-Format: Die sogenannten „Shopper“ packen zwischen den langen Regalreihen die individuellen Bestellungen zusammen.
Supermarkt im XXL-Format: Die sogenannten „Shopper“ packen zwischen den langen Regalreihen die individuellen Bestellungen zusammen. © Picnic Deutschland

Die Online-Einkauf-App „Picnic“ eröffnet ein Lager in Hamm. Bald möchte der Dienst auch Hammer Haushalten ihren Wocheneinkauf nach Hause liefern.

Hamm – Den Wocheneinkauf einfach vom Sofa aus in wenigen Minuten über das Handy abwickeln? Klingt verlockend. Der Weg zum Supermarkt entfällt genauso wie das Umherirren zwischen den endlosen Regalreihen. Schwere Einkaufstüten müssen nicht mehr geschleppt werden, wenn die Lieferung bis vor die Kühlschranktür erfolgt.

All das verspricht der Online-Supermarkt Picnic – eigenen Angaben zufolge führend in dem Segment in NRW. Noch vor dem Sommer könnte das Angebot für die Hammer nutzbar werden. In einem ersten Schritt erweitert Picnic mit einem 24.000 Quadratmeter großen Lager an der Trianelstraße in Uentrop seine Logistik-Infrastruktur. 500 neue Jobs sollen in Hamm entstehen.

„City Hub“ für Hamm gesucht

Ab April sollen von dort aus Waren zu den einzelnen Standorten – sogenannten „City Hubs“ – in ganz NRW geliefert werden. Mit Blick auf das Sortiment kooperiert Picnic mit Edeka Rhein/Ruhr und hat mehrere Tausend Produkte im Angebot. Auch mit lokalen Anbietern und Erzeugern will Picnic zusammenarbeiten.

Baustelle Distribution Park zwischen Trianelstraße und Trianel GasKraftwerk im Stadtteil Uentrop in Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Die nächste Ansiedlung im Logistik-Bereich: An der Trianelstraße lässt sich Picnic auf 24 000 Quadratmetern in den Hallen des Distribution-Parks der Firma Hines nieder. © Hans Blossey

Sobald für Hamm ein „City Hub“ gefunden worden ist. Das ist Voraussetzung für die Freischaltung der Smartphone-App, die als einzige Bestellmöglichkeit zur Verfügung steht. Aktuell sei noch keine passende Fläche gefunden worden. „Wir suchen 1.500 bis 2.000 Quadratmeter, brauchen eine Abstell- und Ladefläche für unsere E-Vans sowie ein Lkw-Tor und zwei kleinere Ladetore für unsere Autos“, sagt Frederic Knaudt, Mitgründer von Picnic in Deutschland.

Reale Bestellmengen statt Prognosen

Picnic wirbt damit, an jedem Tag in der Woche kostenfrei und frisch zu liefern – während die Preise für die jeweiligen Produkte nicht höher als im Supermarkt um die Ecke sein sollen. Wie das geht? „Wir haben den Vorteil, komplett als Online-Supermarkt angefangen zu haben“, erklärt Knaudt. Die Lieferketten seien so extrem effizient. „Wir haben keine Filialen und sparen uns die Miete.“ Im Einkauf werde außerdem nicht wie bei anderen Lebensmittelgeschäften mit Prognosen, sondern mit den realen Bestellmengen gearbeitet. „Wir wissen zum Beispiel genau, wie viele Brote wir brauchen und bestellen auch nur diese Menge bei unseren Bäckern.“ Im stationären Lebensmittelhandel müssten stattdessen rund 15 bis 20 Prozent der Frischwaren weggeschmissen werden. „Wir tragen damit auch unseren Teil dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.“

Lieferdienst: Mit dem E-Mobil kommen die Waren zum Kunden.
Lieferdienst: Mit dem E-Mobil kommen die Waren zum Kunden. © Picnic Deutschland

Die Auslieferung erfolge nach dem Milchmann-Prinzip. „Wir fahren jede Straße pro Tag nur einmal an und schicken unsere Autos nicht kreuz und quer durch die Stadt. Das spart Zeit und schont die Umwelt.“ Ausgeliefert werden die Lebensmittel mit selbst entwickelten E-Mobilen.

Corona-Pandemie erhöht Nachfrage an Online-Diensten

Die Nachfrage sei enorm und durch die Pandemie noch einmal deutlich gestiegen. „Der Standort in Hamm ist deshalb für uns ein Riesenschritt.“ Die Reichweite im Ruhrgebiet und in Westfalen werde so deutlich erhöht. Neben Hamm sollen auch die Kommunen in der Umgebung bald zum Liefergebiet gehören. „Irgendwann wollen wir möglichst jeden Haushalt in NRW beliefern können.“

Selbst wenn die App in einigen Monaten für Hammer Kunden freigeschaltet werden sollte, dürfte es danach noch dauern, bis jeder, der sich neu anmeldet, auch beliefert werden kann. Picnic arbeitet mit Wartelisten für Neukunden. Es könne je nach Nachfrage mehrere Wochen dauern, bis die Freischaltung erfolgt. „Ab dann kann man aber täglich bestellen“, so Knaudt. Die Lieferung erfolge dann in der Regel am Folgetag in einem vorher definierten Zeitfenster.

Viele neue Arbeitsplätze in Hamm

Hauptzielgruppe seien junge Familien, die über die App ihren Wocheneinkauf erledigen wollen. Dass wegen der ausschließlichen Möglichkeit, über die App zu bestellen, weniger digital-affine Menschen – etwa Senioren – ausgeschlossen würden, glaubt Knaudt nicht. „Viele Menschen gehobenen Alters nutzen ja inzwischen ein Smartphone und bekommen das gut hin.“

Die Ampelkoalition hat mit Blick auf die Ansiedlung neuer Unternehmen – vor allem aus dem Logistik-Bereich – betont, künftig darauf achten zu wollen, dass die Arbeit auch gut bezahlt wird. Hierzu sagt Knaudt: „Wir haben verschiedene Jobprofile und arbeiten mit unterschiedlichen Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Teams. Die Shopper, die die Waren zusammensuchen, verdienen bei uns 12 Euro in der Stunde.“ Für den Standort Hamm sucht Picnic allerdings auch Mitarbeiter im Management und für das Führungsteam. „Da ist gerade einiges in Bewegung“, so Knaudt.

Am wenigsten verdienen dürften bei Picnic die Fahrer, die künftig auch in Hamm die Lebensmittel zu den Kunden bringen sollen. Diese Aufgabe erledigen oft Studenten. Für sie weist Picnic im eigenen Jobportal einen Stundenlohn von 10,61 Euro aus.

Ihre Einkäufe online bestellen und dann abholen, können Kunden bereits seit einem halben Jahre bei einem Rewe-Markt in Bockum-Hövel.

Auch interessant

Kommentare