Völlig überrumpelt

Student (21) aus Hamm wird nachts von Polizei aus dem Bett geholt - makabere Überraschung

Verschlafen schlurfte Piet Lange aus Hamm (NRW) nachts zur Tür seiner Wohnung in Schwäbisch-Gmünd (Baden-Württemberg). Dort wurde er von Polizeibeamten überrascht (Symbolbild).
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Verschlafen schlurfte Piet Lange aus Hamm (NRW) nachts zur Tür seiner Wohnung in Schwäbisch-Gmünd (Baden-Württemberg). Dort wurde er von Polizeibeamten überrascht (Symbolbild).

Hamm/Schwäbisch-Gmünd: Wegen eines Missverständnisses rissen zwei Polizisten Piet Lange aus dem Schlaf. Sie stellten unangenehme Fragen und durchsuchten die Wohnung. Nachts um 4 Uhr.

  • Ein Student (21) aus Hamm (NRW) hat an seinem Wohnort Schwäbisch-Gmünd eine makabere Überraschung erlebt.
  • Polizisten klingelten ihn mitten in der Nacht unsanft aus dem Schlaf - wegen eines Missverständnisses
  • An Schlaf war für den Lehramts-Studenten aus Hamm dann nicht mehr zu denken.

Hamm/Schwäbisch Gmünd – Piet Lange hat einen sehr gesunden Schlaf. Der 21-jährige Lehramts-Student kommt gebürtig aus Hamm/NRW und lebt seit einem knappen Jahr gemeinsam mit seiner Freundin in Schwäbisch-Gmünd (Baden-Württemberg).

Als der angehende Sportlehrer sich am 17. Mai, einem Sonntag, nach dem anstrengenden Paddel-Training aufs heimische Sofa fallen ließ, wollte er – seine Freundin war auf NRW-„Heimatbesuch“ in Hamm – nur noch eines: Ruhe. Sein Wunsch ging zunächst in Erfüllung, sanft schlummerte der Student ein.

Hamm/NRW: Student wird in seiner Wohnung in Schwäbisch Gmünd von der Polizei überrascht

Bis er am Morgen um 4 Uhr von seiner Klingel aus allen Träumen gerissen wurde. Piet Lange wankte schlaftrunken zur Wohnungstür, öffnete und erschrak über die beiden Polizeibeamten in Uniform, die direkt vor ihm standen und nach seinem Namen fragten. Die Polizisten gaben an, wegen eines angekündigten Suizides geklingelt zu haben und baten um Einlass. Ein junger Mann habe in einer Klinik angerufen und sich als gebürtig aus Hamm (NRW) vorgestellt, der die Absicht habe, sich etwas anzutun.

Piet Lange aus Hamm (NRW) studiert in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) – und wurde Opfer eines makaberen Missverständnisses um eine vermeintliche Suizidgefahr.

Der völlig verdutzte Student Piet Lange aus Hamm ließ die Beamten in die Wohnung, obwohl er nicht wusste, was er mit besagtem Anruf zu tun haben sollte. „Ich studiere hier in Schwäbisch Gmünd und habe hier nur meine Kommilitonen, sonst kenne ich niemanden“, gab er zu Protokoll. Ob sie denn kurz einen Blick in die Anruferliste seines Mobil- und Festnetztelefons werfen dürften, fragten die Uniformierten.

Hamm/NRW: Student zeigt sein Handy, die Polizisten in Schwäbisch Gmünd schauen sich um

„Ich war so verdattert und wollte auch nicht verdächtig erscheinen. Also habe ich ihnen mein Handy und mein Telefon gezeigt“, sagt der Student aus Hamm (NRW) und gesteht: „Ich habe mir noch nicht einmal ihre Dienstausweise zeigen lassen.“ Bevor sie sich freundlich verabschiedeten, sahen sich die Polizisten mit ihren Taschenlampen auch noch ausführlich Langes Wohnung an.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken, Piet Lange fühlte sich auch tags darauf noch von der Polizei Schwäbisch Gmünd überrumpelt. „Es ist ja nicht normal, dass man um 4 Uhr aus dem Bett geholt und mal eben so mit einem Selbstmord in Verbindung gebracht wird“, erzählt der Student aus NRW.

Hamm/NRW: Polizei in Schwäbisch Gmünd bedauert Vorfall 

„Das tut uns natürlich leid“, erklärt Jürgen Vetter, Revierleiter der Polizei Schwäbisch Gmünd, auf Nachfrage des WA. „Aber wir wurden um halb vier von der Staufer-Klinik benachrichtigt, dass dort ein junger Mann namens Niklas aus Hamm angerufen und sich bei unterdrückter Rufnummer nach einem Medikament erkundigt habe, um sich ins Jenseits zu befördern. Er gab an, in Schwäbisch Gmünd zu wohnen.“

Schnell habe die Polizei recherchiert, dass genau zwei junge Männer aus Hamm/NRW in Schwäbisch Gmünd wohnhaft sind und beiden umgehend einen Besuch abgestattet. In beiden Fällen sei der Besuch letztlich unnötig gewesen.

Hamm/NRW: Polizei in Schwäbisch Gmünd sucht nach mysteriösem Anrufer

In einer solchen Situation könne es um ein Menschenleben gehen, erklärt Revierleiter Vetter. Daher sei es für die Beamten unabdingbar gewesen, sich persönlich und unverzüglich vom Wohlergehen der beiden Männer aus Hamm in Schwäbisch Gmünd zu überzeugen. Von dem ominösen Anrufer, der die Ereignisse ausgelöst hatte, hat man in Schwäbisch Gmünd seither nichts mehr gehört.

Nicht nur in Hamm: Einsatzkräfte müssen in Wohnungen - und wissen nicht, was sie erwartet

Eine ähnlich verstörende Überraschung erlebte auch eine Seniorin. Schwer bewaffnete SEK-Beamte stürmten ihre Wohnung, als sie eigentlich einen Rocker aus dem Bett holen wollten.

In diesem Fall war die Überraschung nicht beim Mieter einer Wohnung, sondern auf Seite der Einsatzkräfte: Sie fanden bei einem Brandeinsatz Drogen und Diebesgut - und wurden daraufhin von  dem Bewohner geschlagen.

Tragisch ist im April ein SEK-Einsatz in Gelsenkirchen ausgegangen: Ein junger Beamter wurde erschossen, als er mit Kollegen eine Wohnung stürmen wollte.

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