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Verlängerter Weihnachtsmarkt: War es das wert? Wird es wiederholt?

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Von: Markus Hanneken

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Die Eisbahn und das Westend-Zelt wurden am Donnerstag als letztes abgebaut.
Tschüss Weihnachtsmarkt: Die Eisbahn und das Westend-Zelt wurden am Donnerstag als letztes abgebaut. © Robert Szkudlarek

Der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Hamm ging 2021 erstmals über die Weihnachtstage hinaus. Die Händler sind zumindest bedingt zufrieden. Die Stadt auch? Wird es Ende 2022 eine Wiederholung geben? Wir haben nachgefragt.

Hamm - Trotz der schwierigen Umstände bereuen die Verantwortlichen bei der Stadt Hamm die erstmalige Verlängerung des Weihnachtsmarkts bis zum 30. Dezember nicht. Es sei „grundsätzlich die richtige Entscheidung gewesen“, so Behördensprecher Tom Herberg auf Nachfrage von WA.de. Bedingungslose Freude klingt dabei aber nicht durch: Die Entscheidung über eine Wiederholung müsse daher gut durchdacht werden.

Die Rahmenbedingungen seien sehr belastend gewesen, führt Herberg aus: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen habe es bundesweit dringende Appelle gegeben, Kontakte zu beschränken - „was erfreulicherweise Wirkung zeigte“. Umgekehrt habe das natürlich den Besuch des Weihnachtsmarkts gehemmt. Darüber hinaus habe auch das Wetter oft nicht mitgespielt. Herberg: „Mit viel Regen und unbeständigem Wetter war die Frequenz in der gesamten Innenstadt entsprechend geringer.“

Entscheidung für 2022 offen

Gleichwohl sei das Interesse der Besucher an den vier zusätzlichen Weihnachtsmarkttagen groß gewesen, „so dass unter den früheren Bedingungen die Verlängerung auch einen ähnlichen Zuspruch bekommen hätte wie der Weihnachtsmarkt zuvor“, glaubt der Stadtsprecher. Im Rathaus scheint man somit zumindest offen für eine Neuauflage der jüngsten Variante zu sein.

Konkret heißt das: Im Lauf des ersten Quartals wollen sich die städtischen Verantwortlichen mit den Händlern für eine Analyse zusammensetzen. Dabei soll es eben „auch darum gehen, ob wir den Weihnachtsmarkt erneut bis Jahresende verlängern werden“. Im Anschluss an das Gespräch werde es „in die Detailplanungen für den diesjährigen Markt gehen“.

Händler unterm Strich zufrieden

Die Händler selbst hatten sich in einer Umfrage unserer Redaktion „zwischen den Jahren“ mehrheitlich zufrieden gezeigt, dass der Weihnachtsmarkt - anders als im Vorjahr - „überhaupt stattfand“ und sich die Besucher mit den strengen Vorgaben passabel arrangiert hätten. In anderen Städten und in manchen Bundesländern waren die Märkte aus Sorge vor stark steigenden Zahlen abgesagt beziehungsweise abgebrochen worden. Udo Röhrig, Vorsitzender des Schaustellervereins „Hand in Hand“, ist optimistisch für das neue Jahr: Die Gesellschaft werde lernen, mit der Covid-Pandemie zu leben.

Weitgehend unzufrieden zeigten sich allerdings die wechselnden, ehrenamtlichen Beschicker der vier „Herzhütten“. Sie waren diesmal weit außerhalb des rund um die Pauluskirche geschlossenen Weihnachtsdorfes aufgebaut. Gegenüber dem WA klagten manche zur Halbzeit, sie würden so gut wie nicht wahrgenommen und hätten somit kaum Einnahmen. Durch das Modell der Herzhütten - 2016 von der Stadt initiiert - sollen Ehrenamtler ohne Standmiete die Möglichkeit erhalten, sich und ihre Angebote zu präsentieren.

Ungewöhnlich lange dauerte übrigens der Abbau des ausgedehnten Weihnachtsmarktes: Aus logistischen Gründen waren am Donnerstagnachmittag - und damit eine ganze Woche nach dem eigentlichen Ende - die letzten Elemente verschwunden.

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