Doppel-Raub auf Wünsche im Hammer Süden

Bäcker-Verkäuferin nach Überfall zusammengebrochen

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Diese Filiale wurde gleich zwei Mal überfallen.

Hamm-Süden - Im Prozess um den zweifachen Raubüberfall auf die Filiale der Bäckerei Wünsche an der Sedanstraße hat jetzt das zweite Raubopfer ausgesagt. Sie konnte die Situation wahrlich nicht gut wegstecken.

Die 40-jährige Fachverkäuferin hat ganz offenkundig das maskierte und bewaffnete Auftreten des Angeklagten nicht so gut weggesteckt wie ihre Kollegin: „Ich hatte wenige Wochen vor der Tat einen Trauerfall in der Familie, da war ich sowieso dünnhäutig. Und dann stand auf einmal an einem frühen Sonntagmorgen dieser maskierte Mann vor mir und fuchtelte mit seiner Pistole herum.“ Sie habe ihm wie gefordert 100 Euro aus der Ladenkasse gegeben, doch nach seiner Flucht Richtung Tankstelle und eigenem Wohnort wenige Meter entfernt erlitt die Frau einen Nervenzusammenbruch.

„Ich konnte einfach nicht mehr, habe nur noch geheult und kann mich bis heute nicht erinnern, wie die Polizei kam und wie es weiter ging“. Sechs Wochen lang musste die Familienmutter krank feiern, war in Behandlung. Doch ein halbes Jahr nach dem Gewalt-Geschehen vom 10. Juni 2018 habe sie das Erlebte verarbeitet und überwunden.

Mindestens vier Jahre Gefängnis

Staatsanwalt und Verteidigung sind bei der Forderung nach einer Strafe nicht weit aus einander: Staatsanwältin Schubert hält eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und acht Monaten für angemessen, Verteidiger Boris Strube hält eine Haftstrafe von maximal vier Jahren für ausreichend.

Beide Parteien sind sich darin einig, dass der 45-jährige Hammer einen Großteil seiner Strafe in einer geschlossenen Entziehungsanstalt verbringen sollte, der Rest könnte dann nach erfolgter Therapie zur Bewährung ausgesetzt werden.

Das Urteil gegen den geständigen Hammer wird am Donnerstag verkündet.

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