Skurrile Tierschutzaktion in Hammer Dachgarten

Frau Wolf, eine Ente und zwei Katzen: Wer kann helfen?

+
Katharina Wolf hat eine brütende Ente in ihrem Garten (rechts unten).

Hamm – Eigentlich wäre Katharina Wolf gerne Entenmama geworden. Ein Stockentenweibchen hat sich im Dachgarten der Hammerin ein Nest gebaut, acht Eier gelegt und brütet jetzt fleißig. Wenn da nicht die beiden Katzen wären, die den Garten als ihr Revier betrachten.

Die Ente, das war Wolf klar, kann nicht bleiben. Doch was tun? Guten Rat zu bekommen, sagt Katharina Wolf, sei in dieser Situation sehr schwer gewesen.

Die junge Frau aus dem Hammer Süden wohnt in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus, hat jedoch das begrünte Dach eines Geschäftsanbaus zu ihrer Verfügung. Ein Entenweibchen ist in dort zwischen Blumen und Sträuchern kaum auszumachen. Doch das merkwürdige Verhalten ihrer beiden Katzen habe sie dazu gebracht, die Vegetation genauer zu untersuchen, sagt sie. Und so habe sie die Ente gefunden, die ihr Nest bereits eifrig bebrütete.

Lesen Sie auch:

Falsche Nahrung: Enten nicht mit Brotresten füttern

"Tapferste Ente Hamms" wieder im Kurpark-Teich

Katzen in der Wohnung eingesperrt

Die Katzen seien seitdem in der Wohnung eingesperrt, sagt Wolf. Und sie habe telefoniert: Stadtverwaltung, Tierschutzverein und Tierpark. Helfen, sagt ihr, konnte ihr dort niemand. „Nicht zuständig“, habe es geheißen. Oder: „Lassen Sie der Natur ihren Lauf.“ Ein Entenmassaker im Garten habe sie genauso wenig gewollt wie wochenlangen Hausarrest für die Katzen. Sie wolle das Gelege retten, fühle sich dabei aber alleingelassen.

Erst ein Anruf beim Naturschutzbund habe sich gelohnt: Man möge versuchen, das Nest samt Ente umzusiedeln, habe es dort geheißen.

Brütende Vögel gesetzlich geschützt

So sieht es auch die Stadt. Brütende Vögel seien durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, sagt ein Stadtsprecher. Die Ente zu vertreiben sei illegal, das Nest zu entsorgen auch. Beide umzusiedeln, solange die Küken noch nicht geschlüpft sind, sei aber in diesem Fall vertretbar.

Am Wochenende wollen Wolf und ihr Lebensgefährte mit dem Entenumzug beginnen: Einen Korb über die Ente stülpen, das Nest darunter ganz vorsichtig anheben und die Entenfamilie zu Freunden bringen, die einen ebenerdigen Garten mit Wasseranschluss haben.

„Hoffentlich“, sagt Katharina Wolf, „heißt es dann: Ente gut, alles gut.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare