Vorstoß sorgt für Diskussionen

Wie Münster: Tempo 30 auf der Hammer Alleestraße?

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Alleestraße in Höhe der Matthias-Claudius-Schule.

Hamm-Süden - Seit Anfang Februar gilt auf gut einem Dutzend Durchgangsstraßen der Münsteraner Innenstadt Tempo 30. In Hamm fordern jetzt die Grünen Tempo 30 auf der Alleestraße.

Vor der Matthias-Claudius-Schule sollten die Kinder mittels Geschwindigkeitsbegrenzung besser geschützt werden, heißt es in einem Antrag an die Bezirksvertretung Mitte. Die Alleestraße ist eine der meistbefahrenen in der ganzen Stadt. Mehr als 25.000 Kraftfahrzeuge quälen sich täglich über die Ost-West-Verbindung.

Die Schüler aus dem Viertel besuchen üblicherweise die Matthias-Claudius-Schule. Ihr Haupteingang liegt an der Lessingstraße, ein Nebeneingang öffnet sich jedoch direkt zur Alleestraße. Dass es hier für Schüler gefährlich werden kann, lässt sich an einem Schutzbügel zwischen Geh- und Radweg erkennen: Die Barriere soll verhindern, dass Schüler vom Hof direkt auf die Straße rennen.

Querungshilfe in Höhe des Rewe-Marktes.

Einige Meter weiter östlich, auf Höhe des Rewe-Marktes, befindet sich eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer. Sicher ist es dort nach Ansicht der Grünen trotzdem nicht: In Richtung Werler Straße beginnt dahinter eine zweispurige Verkehrsführung, die Autofahrer gerne nutzen, um mit hoher Geschwindigkeit links am Rückstau auf der rechten Spur vorbeizuziehen.

Beschleunigt wird häufig schon vor der Querungshilfe. Deshalb wollen die Grünen nun auf einem 270 Meter langen Abschnitt der Alleestraße zwischen Grünstraße und Langewanneweg Tempo 30 eingeführt sehen.

Rechtlich sei das seit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung vor zwei Jahren kein Problem, heißt es in dem Antrag. Ende 2016 hatte der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, Tempolimits vor Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern auch ohne aufwendige Gefährdungsnachweise durchzusetzen. Die Vielzahl der Kinder dort reiche als Grund aus, so die Grünen.

Absage an Tempolimit auf Autobahnen

So müssten nicht erst Kinder angefahren werden, um die Notwendigkeit von Tempo 30 vor der Schule nachzuweisen, heißt es im Grünen-Antrag. Den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung zufolge sei Tempo 30 sogar die Regel; Tempo 50 gelte als Ausnahme und müsse eigens begründet werden.

Lärmaktionsplan greift in Münster

Stadt- und Verkehrsplaner schauen derzeit neugierig nach Münster: Seit dem 1. Februar gilt auf gut einem Dutzend Durchgangsstraßen der Innenstadt Tempo 30. Dazu zählen die zentrale Altstadtachse am Stadttheater, die Wolbecker Straße und nachts auch die Hammer Straße. Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung ist der örtliche Lärmaktionsplan. Die Stadt erhofft sich durch geringere Geschwindigkeiten eine geringere Geräuschkulisse durch den Autoverkehr.

In Hamm bisher kein Thema

In Hamm sei Tempo 30 zur Lärmreduzierung bisher kein Thema gewesen, sagte ein Stadtsprecher. Es gebe hier nur wenige Beschwerden und deshalb auch keinen akuten Handlungsbedarf. Man setze eher auf lärmmindernden Asphalt, wie er vor zwei Jahren beispielsweise auf der Ostenallee verbaut worden sei. Bei Tempo 30 befürchte man eher praktische Nachteile wie häufigeres Anfahren vor Ampeln und Verlangsamung des Busverkehrs.

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