HSHL entwickelt Abholbox für Lebensmittel

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Hamm/Arnsberg - Ländliche Regionen angesichts eines ausgedünnten stationären Handels besser mit Lebensmitteln versorgen: Dieses Ziel verfolgt Christian Schulte, der in Arnsberg-Neheim mit Familie und Freunden den Hofladen Sauerland betreibt. Die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) hat jetzt im Rahmen eines Forschungsprojektes für den Hofladen den Prototyp einer Lebensmittel-Abholbox entwickelt.

Ob die Box in Serie geht, wird sich laut Schulte nach einer Testphase zeigen. Im Juli 2015 startete Schulte den „Hofladen Sauerland“ als Online-Portal, im Juli 2017 eröffnete das erste Ladenlokal in Neheim, im Mai soll das zweite in Meschede folgen.

Das Unternehmen bietet ausschließlich regionale Produkte an. Diese werden per Lieferservice direkt zu den Kunden gebracht oder auch bundesweit versandt. Mit der Abholbox will Schulte jetzt ein ergänzendes, öffnungszeitunabhängiges Angebot für die Nahversorgung mit Lebensmitteln im ländlichen Raum schaffen und gleichzeitig die Auslastung der Logistik erhöhen. Das sei ein Baustein eines Gesamtkonzepts, sagt er, gewissermaßen eine Netzverdichtung durch Technologie.

Das System klingt simpel: Warenbestellungen können telefonisch, online, per WhatsApp oder direkt am Terminal der Abholboxen sowie im Hofladen aufgegeben werden. Die Bestückung der Boxen erfolgt durch unternehmenseigene Lieferfahrzeuge. Die Kunden erhalten eine Benachrichtigung und können die Waren aus den verschlossenen Fächern entnehmen.

Die Authentifizierung gegenüber der Box erfolgt über einen QR-Code. Dieser kann per E-Mail, SMS, per Post oder direkt im Ladengeschäft dem Kunden übergeben werden. Die Box scannt mittels einer Kamera den Code und öffnet das Fach mit dem individuell bestellten Inhalt. Voraussetzung für die Box sind Strom und Internetzugang.

Entwickelt wurde der Prototyp von Prof. Dr. Alexander Stuckenholz, Inhaber der Professur „Praktische Informatik“ an der Hochschule Hamm-Lippstadt, unter Mitarbeit von Fabian Lehnert, Masterstudent „Business and Systems Engineering“, und Lena Niedzwetzki, Bachelorstudentin „Biomedizinische Technologie“. Etwa neun Monate brauchten sie bis zum serienfähigen Prototyp.

Sollte die von der HSHL entwickelte Lebensmittel-Abholbox tatsächlich in Serie gehen, erwägt Schulte, diese auch anderen Einzelhandelszweigen und Geschäftspartnern anzubieten. Gefördert wurde das Projekt laut Schulte zu etwa 50 Prozent durch das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Sein Eigenanteil liege im niedrigen fünfstelligen Bereich.

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