Insektizid auf kahle Buchsbäume - Nutzer brauchen Nachweis

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Vorsicht! Mit diesem Zettel warnte die Stadt am Montag Eltern und Hundebesitzer vor dem Einsatz des Insektizids.

Hamm - Haben 400 Meter Buchsbaum am Platz der Deutschen Einheit vor dem Heinrich-von-Kleist-Forum eine Chance? Oder sorgt der asiatische Buchsbaumzünsler auch hier für kahle Verhältnisse?

An einer Stelle in der stadtbildprägenden Anpflanzung seien von Mitarbeitern des Grünflächenamtes Larven gefunden worden, sagte Stadtsprecher Tom Herberg. Am Montag machte die Stadt den Platz wie angekündigt zur verbotenen Zone, sperrte den gesamten Bestand mit Flatterband ab und brachte ein ökologisches Insektizid auf. Hinweisschilder warnten vor dem Kontakt mit den Pflanzen.

Hat das Mittel Aussicht auf Erfolg? „Es gibt keine Sicherheit, dass es funktioniert“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage. „Das ist ein Testlauf, den wir am kommenden Montag wiederholen. Sollte sich kein Erfolg einstellen, müssen wir nach einer Lösung suchen.“

Sollte das Vorhaben doch gelingen, wäre die Stadt an dieser Stelle im Vergleich zu manchem Privatmann, der ganze Gartenbestände verloren hat, günstig davongekommen. 450 Milliliter Wirkstoff auf 300 Liter Wasser hat die Stadt bisher verbracht. Kostenpunkt laut Herberg: Arbeitskraft und „unter 100 Euro“ für das Mittel.

Kontakt 48 Stunden meiden

An dieser Stelle mache es durchaus Sinn ein Insektizid einzusetzen, hatte Uwe Heuwinkel, Sachgebietsleiter der städtischen Grünflächenunterhaltung, im Vorfeld erklärt. Die Buchsbäume ständen isoliert und im direkten Umfeld gebe es keine Pflanzen, die dem Buchsbaumzünsler als Wirt dienen könnten. Das Schutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. Menschen und Tiere sollten den Kontakt mit den Pflanzen allerdings 48 Stunden meiden. Darauf weisen die Schilder entlang des Platzes hin. Das Sitzen auf den benachbarten Bänken sei aber ungefährlich, so Herberg.

Nutzer brauchen einen Ausweis

Zum Erfolgsrezept für den privaten Gärtner wird der Einsatz eines Insektizides nicht automatisch. Die Stadt Hamm weist darauf hin, dass laut Pflanzenschutzgesetz Pflanzenschutzmittel nur von Anwendern ausgebracht werden dürfen, die nachweisen können, dass sie über die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und die für die jeweilige Tätigkeit erforderlichen praktischen Fertigkeiten verfügen, um Pflanzenschutzmittel bestimmungsgemäß und sachgerecht anzuwenden. Mitarbeiter des Grünflächenamtes seien im Besitz eines entsprechenden Pflanzenkundeausweises.

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