Gründliche Arbeit überrascht Marktplatz-Anlieger

Stadt schreddert City-Bäume - und Lichterketten gleich mit!

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Baumfällarbeiten auf dem Marktplatz am Mittwochmorgen.

Hamm - Die Mitarbeiter der Stadt machten nur ihren Job, als sie am Mittwochvormittag vier Bäume auf dem Marktplatz fällten. Dumm nur, dass dabei nicht nur Kleinholz in den Häcksler wanderte...

Das war gründliche Arbeit: Im März hatte die Bezirksvertretung Mitte zugestimmt, vier Bäume vor dem Brokbals-Ladenlokal am Markt zu beseitigen und durch zwei neue, lichtere Pflanzen zu ersetzen. Seit Mittwochmorgen sind die vier Kugelahorne verschwunden – und mit ihnen sind auch zwei Lichterketten in den Schredder gewandert, die als Weihnachtsbeleuchtung vom Verein City Ost angeschafft worden waren.

Bei Brigitte Brokbals sorgt das Vorgehen des Grünflächenamtes für Kopfschütteln. Kommunikation gehe anders, meint sie. Zwar hatte sich der Familienbetrieb freiere Sicht aufs Schaufenster und mehr Licht im Ladenlokal durchaus gewünscht, dass jetzt urplötzlich die Säge sägte und die Weihnachtsbeleuchtung gleich mit „ausgeknipst“ wurde, findet sie äußerst befremdlich.

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Baumfällungen waren ungewiss

„Im Vorfeld gab es etliche Gespräche mit der Stadt: ob die Bäume gefällt und durch was sie ersetzt werden“, sagt sie. „Aber dann, wenn der entscheidende Schritt kommt, herrscht Funkstille.“ Zuletzt habe man dem Familienbetrieb noch mitgeteilt, es sei ungewiss, ob die Bäume im Frühjahr oder überhaupt noch in diesem Jahr gefällt werden. Daher seien in zwei der vier Bäume auch die LED-Lichterketten verblieben.

„Warum hätten wir die Ketten jetzt entfernen sollen, wenn die Bäume Weihnachten vielleicht noch stehen?“, sagt sie. „Dann hätten wir sie wieder anbringen müssen. Das wäre unnötiger Aufwand gewesen.“

Weihnachtsbeleuchtung vor der Pauluskirche - gesehen Mitte Januar 2019.

"Ein einziger Hinweis hätte genügt"

Seit Mittwoch muss Brokbals also weder Lichterketten abmontieren noch anbringen. Auf etwa 1000 Euro beziffert Brigitte Brokbals den Schaden, der durch die Aktion entstanden ist. „Ein einziger Hinweis vorab hätte genügt, um das zu vermeiden“, sagt sie.

Bei der Neubepflanzung in der Oststraße und den Lichterketten dort habe das auch funktioniert. Abgesehen davon, dass Glas, Kunststoff und Kabel im Kompost oder Mulch natürlich nichts zu suchen hätten.

Aktion wirft im OB-Büro Fragen auf

Im Büro des Oberbürgermeisters warf die Aktion einige Fragen auf. Antworten darauf erhielt Marc Berendes zunächst aber nur wenige. Mitarbeiter des Grünflächenamtes seien nicht mehr erreichbar gewesen, man gehe der Angelegenheit aber zeitnah auf den Grund, versprach Berendes.

Auch am Bahnhof übrigens verbleiben die städtischen Lichterketten übers Jahr in den Bäumen. Das habe auch Sinn, so Berendes.

Auch Kastanie beschnitten

Darüber hinaus wurde am Markt auch eine Kastanie beschnitten. Vermutlich aus Gründen der Verkehrssicherheit. Aber auch das ließ sich zunächst nicht klären.

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