Aus Flüchtlingsheimen werden Mietwohnungen

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Flüchtlingsunterkunft an der Kleinen Alleestraße

Hamm - Ein Jahr nach dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle ordnet die Stadt ihre Wohnraumkapazitäten für Asylbewerber neu. Mehrere Übergangswohnheime sollen zu Mietshäusern umgebaut werden. Die Platzzahl in den städtischen Wohnheimen soll insgesamt von 560 auf 460 sinken.

Die Stadt reagiert mit dem neuen Unterbringungskonzept auf den deutlichen Rückgang der Zuwanderung von Flüchtlingen. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann hat den Rat gestern über diese Entwicklung mit einer Ratsvorlage unterrichtet. 

Fünf Übergangswohnheime mit einer Gesamtkapazität von 400 Plätzen sollen aufgegeben werden. Die Standorte Soester Straße (ehemalige Argonner Kaserne) mit 80 Plätzen und Westberger Weg mit 90 Plätzen werden leergezogen. Als Ersatz soll das ehemalige Kasernengebäude an der Ecke Ludwig-Teleky-Straße/Schützenstraße dienen, das zurzeit von der HGB umgebaut wird. Dieses so genannte Haus G schließt an das Gelände der Zentralen Untebringungseinrichtung des Landes (ZUE) an. Zum Ende des ersten Halbjahres 2017 soll das Gebäude mit einer Kapazität von 150 Wohnplätzen bezugsfertig sein. 

Die Standorte Kleine Alleestraße (70 Plätze), Unterer Heideweg und Dasbecker Weg (jeweils 80 Plätze) sollen an die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) übereignet werden. Das städtische Tochterunternehmen soll in den Gebäuden nach einer wirtschaftlichen Prüfung Mietwohnungen schaffen. Diese neuen Wohnungen sollen dann anschließend an rechtskräftig anerkannte Flüchtlinge vermietet werden. 

Auch die bislang nicht genutzten Kapazitäten im ehemaligen Glunz-Dorf am Caldenhofer Weg sollen nun nutzbar gemacht werden. Nachdem die Stadt den ehemaligen Bürokomplex zum Jahresende erworben hatte, soll nun bald mit der Herrichtung zwei weiterer ehemaliger Bürohäuser zu Wohnhäusern begonnen werden. 130 neue Wohnplätze sollen hier entstehen. 

 Für dieses Jahr rechnet die Verwaltung mit der Neuzuweisung von etwa 600 Flüchtlingen. Diese Zahl resultiert schon daraus, dass zum Jahreswechsel die ehemalige Notunterkunft in der Alfred-Fischer-Halle geschlossen wurde und die dortige Kapazität von 550 Plätzen der Stadt schrittweise ihrer Anrechnungsquote hinzugerechnet wird. Inwieweit sich die Neuzuweisungen überhaupt auf die Unterbringungskapazitäten der Stadt auswirken, kann die Verwaltung zurzeit nicht einschätzen. Aktuell werden in Hamm 865 Flüchtlinge betreut, die keine Bleibeperspektive haben. Ob und wann die Ausreisepflicht dieser Menschen durchgesetzt werden kann, ist nicht kalkullierbar. Das hängt von vielen Faktoren ab und ist individuell verschieden. 

Für eine weitere Belastung könnte eine neue gesetzliche Regelung sorgen. Demnach gilt auch für rechtskräftig anerkannte Flüchtlinge für die Dauer von drei Jahren die Wohnsitzauflage. Sie dürfen erst nach Ablauf von drei Jahren ihren Wohnsitz in Deutschland frei wählen. Fluktuation durch Wegzüge, zum Beispiel bei Familienzusammenführungen, werden dadurch verlangsamt, wenn nicht dauerhaft verhindert. 

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