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Sicherheit: Videokameras im Bahnhofsumfeld möglich

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Von: Frank Osiewacz

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Einsatz am hellichten Tage nach Messerstecherei auf dem Platz der Deutschen Einheit. © Zimmermann

Hamm - Die Stadt Hamm arbeitet in enger Kooperation mit der Polizei an einem neuen Sicherheitskonzept für den Bereich Bahnhofstraße, Platz der Deutschen Einheit und Willy-Brandt-Platz.

Voraussichtlich noch vor den Sommerferien soll es der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann denkt in Teilen auch über eine Videoüberwachung nach, sollte sich die Gesetzeslage entsprechend ändern.

„Wir müssen in diesem Bereich etwas tun“, sagte Hunsteger-Petermann. „Für die Bürger und für die Stadt. Wir haben hier rund 130 Millionen Euro investiert und den Bereich aufgewertet. Das lassen wir uns nicht von einigen Kleinkriminellen kaputtmachen.“ Bei den gemeinsamen Streifen, die Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst auch nach Auflösung des City-Büros im Kleist-Forum nach wie vor gehen, wird es dann nicht bleiben.

Messerstecherei am Kleist-Forum

Wie Polizeipressesprecherin Julia Breitenstein auf Nachfrage mitteilte, sind von Anfang Mai bis heute zwölf Delikte aktenkundig geworden. Dabei handle es sich in neun Fällen um Anzeigen wegen Körperverletzung, zweimal um Drogendelikte und einmal um Beleidigung. Noch am vergangenen Freitag war es nahe des Kleist-Forums zu einer Messerstecherei gekommen. Gleichwohl, so die Pressesprecherin, ohne genaue Zahlen nennen zu dürfen, habe die Straßenkriminalität von Januar bis jetzt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum abgenommen.

Das Sicherheitskonzept fuße auf zwei Säulen, sagte der OB. Zum einen gebe es einen sozialpolitischen Ansatz. Dabei handele es sich nicht um den klassischen Streetworker. In Vorbereitung sei ein Projekt, das eventuell über eine Landesförderung gedeckt wäre. Dazu gehörten auch feste Räumlichkeiten, sagte Hunsteger-Petermann, ohne schon jetzt weiter ins Detail zu gehen. „Vertreiben alleine löst nicht das Problem“, so der OB.

Erhöhte Sicherheit im Quartier

Zweiter Baustein ist eine erhöhte Sicherheit im Quartier. Hunsteger: „Wir müssen das Umfeld in Teilen sicherer machen, als es jetzt ist.“ Mit dem Kauf des „Kipp’n in“-Komplexes samt Shisha-Lounge hat die Stadt bereits ein Zeichen in Richtung baulicher Veränderungen gesetzt. Hunsteger-Petermann spricht sich zudem dort für eine Videoüberwachung aus, wo nachweislich Problemschwerpunkte liegen.

„Aktuell gibt die Gesetzeslage das nicht her, weil es sich nicht um einen Kriminalitätsschwerpunkt handelt“, so der OB. Im Land deute sich allerdings eine Veränderung an. Im vierten Quartal rechnet er damit, „dass das Thema in Schwung kommt“. Sollte sich die Gesetzeslage ändern, werde er die Idee der Videoüberwachung einbringen. „Denn auch wenn der Bereich des heutigen ,Kipp’n in’ neu bebaut ist, werden dunkle Flächen bleiben“, sagte der OB.

Es handle sich zwar nicht um einen Kriminalititätsschwerpunkt, aber die Verstetigung kleinkrimineller Aktivitäten in diesem Bereich zwinge zum Handeln. Den konkreten Anlass zur Entwicklung des Sicherheitskonzeptes lieferten die Übergriffe einer Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener in der Zentralbibliothek, die Mitte März die Installierung eines Sicherheitsdienstes nach sich zogen. Die Gruppe soll ihre Basis nun am nördlichen Rand des Platzes der Deutschen Einheit haben.

Enge Zusammenarbeit mit Polizei

Federführend an dem neuen Sicherheitskonzept arbeiten Rechtsdezernent Jörg Mösgen und der Fachbereichsleiter Soziales, Theo Hesse. Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei eng. Hunsteger-Petermann kündigte eine Sicherheitskonferenz an, bei sich Verwaltungsvorstand und Polizei abstimmen würden.

Erst am vergangenen Freitag war es auf dem Platz der Deutschen Einheit zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der drei Männer – zwei aus Guinea, einer aus Ghana – mit Messern verletzt worden waren. Einen Tatverdächtigen marokkanischer Herkunft hatte die Polizei festgenommen. Der Mann, der wegen anderer Delikte schon polizeilich in Erscheinung getreten war, ist inzwischen wieder entlassen. Zwei Männer entkamen unerkannt. Über die Hintergründe der Auseinandersetzung gibt es keine Erkenntnisse.

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