Kunst-Dünger dünn gesät: Nur noch vier Veranstaltungen

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Ist es richtig, dass der Großteil der Kunst-Dünger-Veranstaltungen im Kurhausgarten stattfindet? Darüber streiten die Kulturpolitiker. 2017 zeigten die Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin hier eine Show.

Hamm - Der Kunst-Dünger schrumpft. Um ein Fünftel haben die Sponsoren die Mittel des beliebten Veranstaltungsformats gekürzt. Nun fehlen 10.000 Euro. In diesem Sommer wird es deshalb nur noch vier statt wie zuletzt fünf Veranstaltungen der Reihe unter freiem Himmel geben.

Um Kosten zu sparen, wird nur noch die Auftaktveranstaltung am ursprünglich ersten Spielort stattfinden, dem Marktplatz vor der Pauluskirche. „Diese Entscheidung haben wir vor dem Hintergrund der äußerst knappen Mittel getroffen“, sagt Ulrich Weißenberg, Fachbereichsleiter Kultur auf WA-Anfrage. Die übrigen drei Veranstaltungen finden im Kurhausgarten statt.

Auf dem Marktplatz gibt es im Gegensatz zum Kurhausgarten weder eine Toilettenanlage noch Lichttraversen, Künstlergarderoben oder eine elektroakustische Beschallungsanlage. All das verursacht Kosten, die im Kurhausgarten nicht anfallen. Deshalb fiel die Entscheidung, drei der Veranstaltungen dort zu planen.

Kunstdünger an der Pauluskirche: Industrial Teatrero auf dem Marktplatz

Die im Kulturausschuss Anfang März beschlossene Kürzung der Reihe hat hohe Wellen in der Hammer Kulturpolitik geschlagen. „Die FDP Hamm fordert ein Umdenken im Hammer Kulturmanagement“, sagte die stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Marion Kötters-Wenner. Kunstaktionen und Aufführungen seien wertvolle Frequenzbringer. Deshalb sei es eine schlechte Entscheidung, die etablierte Spielstätte auf dem Markt zu schwächen. Dies schwäche auch die Innenstadt als Kulturstandort. Sie sehe das Kulturamt in der Pflicht, den Kunst-Dünger als Kultur-Angebot in der Innenstadt zu stärken. 2019 müsse der Fokus wieder auf die Innenstadt gelegt werden.

Auf die fehlenden Sponsorenmittel in erheblicher Größenordnung ging die Liberalen-Politikerin nicht ein. Sie machte auch keinen Vorschlag, wie eine neue Geldquelle aufgetan werden könnte. Kulturamts-Chef Weißenberg sieht hingegen keine inhaltliche Notwendigkeit, den Spielort Marktplatz in Zukunft über die Auftaktveranstaltung hinaus heranzuziehen. Die Logistik, die es im Kurhausgarten durch Musikpavillon und Kurhaus gebe, biete der Marktplatz nicht.

Außerdem sei der Kurhausgarten als Spielstätte für den Kunst-Dünger inzwischen etabliert. Die Besucher hätten sich längst für den ruhigen Standort entschieden. Mehr als 3 000 Gäste seien an nur einem Sommerabend zu dem Artistik-Event in den Kurhausgarten geströmt. Dass der Spielort so gut angenommen werde, habe sicher auch mit Komfort und Ambiente zu tun.

Kurhausgarten: Das N.N.Theater beim Kunstdünger

Hier gebe es – anders als auf dem Marktplatz – schattenspendende Bäume; auch könnten hier kurzfristig bis zu 1 000 Sitzgelegenheiten aufgebaut werden. Sogar die eigene Picknickdecke könne man hier aufschlagen. Am Marktplatz hingegen sei es mitunter zugig, vorbeifahrende Busse lärmten und das Geläut der Pauluskirche unterbreche die Theaterdarbietungen.

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