Mini-Holzhaus trotzt bislang hauptsächlich der Witterung

Standortsuche für "Little Home" stockt - Nicht mehr als Symbol?

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Die kleine Hütte ist bezugsbereit. Aber wo soll sie nur hinziehen?

Hamm - Mitte November entstand auf dem Platz vor der St. Agnes-Kirche das erste „Little Home“ in Hamm, ein Mini-Holzhaus, das einen Obdachlosen beherbergen kann. An der Kirche steht es noch immer und trotzt der Witterung. Bewohnt ist es bis jetzt allerdings nicht.

Bisher hat sich kein privater Grundstückseigentümer gefunden, der das Aufstellen erlauben würde. Das ist Voraussetzung dafür, dass das Häuschen überhaupt bezogen werden könnte.

Werner Kaßen, Vorsitzender des Vereins Humanitas und Initiator des Projekts in Hamm, hofft weiterhin, einen geeigneten und zentral gelegenen Standort zu finden. Obwohl Stadt und Caritas, die die Notunterkunft an der Dortmunder Straße betreiben und dort auch Beratungen anbieten, sowie Vertreter der Drogenhilfe das Modell der „Little Homes“ unterm Strich nicht für einen gangbaren Weg halten, möchte Kaßen das Projekt nicht fallen lassen.

Er ist davon überzeugt, damit obdachlosen Menschen helfen zu können, die sich abseits der Drogenszene befinden und den Weg in die Notunterkunft bewusst nicht antreten. „Es gibt diese Menschen in Hamm“, sagt Kaßen.

Erstes "Little Home" in Hamm entsteht an der Agneskirche

Abgerückt ist er unterdessen von der Idee, das Mini-Haus in die Verantwortung von Menschen mit erheblicher Suchtproblematik und damit verbundenem Kontrollverlust zu übergeben. Das Modell „Little Home“, das seinen Ursprung in Köln hat, sieht vor, die Häuser als Schenkung an jeweils einen Obdachlosen zu übertragen. Ursprünglich sollten dies Personen ohne Suchtproblematik sein. „Das Risiko wäre sonst viel zu hoch, die Verantwortung kann niemand übernehmen“, sagt Kassen.

Momentan hat das Mini-Holzhaus auf dem Kirchplatz nur symbolischen Charakter. „Es erinnert daran, Obdachlose nicht aus den Augen zu verlieren“, sagt Kaßen. Nicht zuletzt über das angeheftete Schild „Stellplatz gesucht für mich und meinen obdachlosen Bewohner!“ hofft er, dass es nicht bei der Symbolhaftigkeit bleibt.

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