Pappeln sind schnell gewachsen

"Schmerzhafte" Kerben im Hammer Kletterwald

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Die mit Drahtseilen befestigten Halterungen im Kletterpark am Tierpark schneiden seit einiger Zeit in die Bäume ein.

Hamm-Süden Im Kletterwald in Hamm sind die Bäume so stark von Sicherungsseilen beschädigt worden, dass jetzt die Stadt einschreitet. 

Die Bäume im Kletterwald tragen in diesen Tagen ein enges Korsett. Teilweise so eng, dass sich die Sicherungsseile der Kletterelemente aus Stahl deutlich sichtbar ins Holz schneiden. Die Bäume – mehrere Jahrzehnte alte Pappeln – werden dadurch verletzt. Deshalb fordert die Stadt den Betreiber des Parks nun auf, die Bäume besser zu schützen.

„Das ist eine problematische Sache“, sagte Stadtsprecher Tobias Köbberling, nachdem Baum-Experten Fotos der umwachsenen Befestigungselemente begutachtet hatten. Die Stadt sieht deshalb „zeitnah Handlungsbedarf“.

Wenig Verständnis bei Park-Betreiber

Park-Betreiber Norman Graudenz kann den Aufruhr dagegen nicht so recht nachvollziehen. Einmal im Jahr werde von einem unabhängigen Sachverständigen aus Menden ein Baumgutachten erstellt. Dabei werde festgehalten, welche Bäume für die Kletterelemente genutzt werden dürfen. „Trotzdem“, schränkt Graudenz ein, „müssen wir regelmäßig Veränderungen vornehmen, um die Bäume zu schützen. Pappeln wachsen auch schneller als Birken oder Eichen.“

Auf der Internetseite des Betreibers, der noch zwei weitere Parks in Soest und in der Nähe von Frankfurt am Main unterhält, ist unter dem Menüpunkt Sicherheit Folgendes zu lesen: „Unsere Bäume unterliegen täglichen Sichtkontrollen und werden regelmäßig auf Standsicherheit von einem Baumsachverständigen kontrolliert.“ Dass aber in den zurückliegenden Wochen Kontrollen stattgefunden haben, ist aufgrund des Zustands der Bäume fraglich.

Graudenz: "Vorher ähnelte der Platz einer Müllhalde"

Tiefe Kerben ziehen sich durch die Rinden, Begrenzungsbalken aus Holz bohren sich in die Stämme. Von einer Gefahr für die Bäume will Graudenz allerdings nicht sprechen.

Begrenzungselemente sind teilweise von der Rinde umwachsen.

„Wir haben den Wald eher aufgewertet. Vorher ähnelte der Platz einer Müllhalde“, sagte er gestern gegenüber unserer Zeitung. Den Tierpark-Verantwortlichen, die das Areal im Hammer Süden an Graudenz weiterverpachtet haben, seien die Schäden schon vor ein paar Wochen aufgefallen, teilte Stadtsprecher Köbberling mit. Jetzt soll durch Veränderungen an den Sicherungselementen schnell Abhilfe für die lädierten Bäume geschaffen werden.

Probleme befürchte Köbberling dabei nicht. Mit dem Pächter habe es bisher – der Park wurde immerhin schon vor vier Jahren eröffnet – keine Probleme gegeben, heißt es.

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