Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen versuchten Tötungsdeliktes

Großeinsatz an der Königstraße Hamm: Verletzte nicht mehr in Lebensgefahr

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Hamm - Erst eine Schlägerei, dann ein Messerangriff und ein Schuss - jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund: Am Freitagabend war es zu einem Großeinsatz für die Polizei und den Rettungsdienst in der Hammer Innenstadt gekommen. Dabei wurden zwei Männer - ein 16-Jähriger und ein 40-Jähriger - lebensgefährlich verletzt. Hier berichten wir fortlaufend über den aktuellen Stand der Ermittlungen in diesem Fall.

Update von Samstag, 17.17 Uhr

Die Staatsanwaltschaft und Polizei Dortmund haben am späten Samstagnachmittag eine gemeinsame Presseerklärung zu den Vorkommnissen von Freitagabend in Hamm veröffentlicht. Sie ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

Hauptgegenstand der Mitteilung ist die Schilderung der Ereignisse an der Königstraße. Diese deckt sich mit dem, was unsere Redaktion bereits seit Freitagabend berichtet hatte.

Demnach hatte der 40-Jährige nach seiner Rückkehr an den Ort des Geschehens mit einem Messer auf den 16-Jährigen eingestochen - konkret in die Bauchregion, in den Oberschenkel und in den Arm. 

Polizeieinsatz in der Königstraße

"Nur durch den Einsatz der Dienstwaffe seitens eines Polizeibeamten konnte er von weiteren Stichen auf den Jugendlichen abgehalten werden. Dieser und auch der 40-Jährige erlitten erhebliche Verletzungen, welche stationär behandelt werden. 

Lebensgefahr besteht nach Auskunft der behandelnden Ärzte bei beiden nicht mehr", so Staatsanwaltschaft und Polizei am Samstag.

Darüber hinausgehende Angaben machten die Ermittler nicht. Lediglich das Alter eines weiteren Beteiligten wurde von 18 auf 19 Jahre korrigiert.

Update von Samstag, 9.23 Uhr

Zunächst deutete nichts daraufhin, dass der Abend derart ausarten würde: Die Polizei war gegen 19 Uhr zu einer Schlägerei in einem Wohnhaus auf der Königstraße in Höhe Antonistraße gerufen worden. 

Dort schlugen drei Jugendliche Syrer (23, 19, 16) auf einen 40-jährigen, türkisch-stämmigen Mann ein. Die Polizei kam vorerst nur mit einem Streifenwagen. Der Angegriffene wurde kurz darauf in einem Rettungswagen behandelt.

Die Polizei berichtet, dass sich der Mann dann "eigenmächtig" der Behandlung entzog - um kurz darauf in seine Wohnung zu gehen und ein Messer zu holen. Daraufhin kehrte er nicht zum Rettungswagen zurück, sondern stürmte an den Beamten vorbei auf den 16-jährigen Syrer zu, dieser stand nur einige Meter entfernt. 

Vermutlich stach der 40-Jährige mehrfach zu. Dabei Verletzte er den Jugendlichen erheblich. Die Versuche der Beamten dazwischen zu gehen scheiterten, bis schließlich einer seine Dienstwaffe zog und auf den Mann schoss.

Schaulustige und Passanten am Tatort

Währenddessen kamen aus den Lagern der zerstrittenen Parteien immer mehr Leute dazu, so dass auch die Polizei ihre Einsatzkräfte verstärkte: Etwa zehn Einsatzfahrzeuge und mehrere Rettungswagen sowie Notärzte waren vor Ort. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Viertel. Auch eine Einsatzhundertschaft aus Münster wurde hinzugezogen. Außerdem verfolgten zahlreiche Schaulustige und Passanten das Geschehen entlang der Gehsteige.

Offenbar wurden mehrere Personen festgenommen. Eines der Opfer wurde über längere Zeit notversorgt, möglicherweise reanimiert. Wie die Polizei mitteilte wurden die beiden Schwerstverletzten in der Nacht noch notoperiert.

Über die Hintergründe der Streitigkeiten ist noch nichts weiter bekannt. Von Nachbarn hieß es, dass es in den vergangenen Wochen häufiger zu Streitigkeiten zwischen den beiden Lagern gegeben habe. Auch die Polizei sei mehrfach vor Ort gewesen, offizielle Bestätigungen gibt es hierfür aber nicht.

Gegen 21 Uhr rückte ein Teil der Polizei wieder ab. Gegen 22.15 Uhr trafen die Beamten der Mordkommission ein und übernahmen die Ermittlungen.  

Update von Freitagabend

Bei einer Auseinandersetzung an der Königsstraße sind am Freitagabend zwei Menschen lebensgefährlich verletzt worden.

Zunächst war es auf der Königsstraße zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei denen drei Personen auf einen Kontrahenten einprügelten. Polizei und Rettungsdienst rückten an. Aufgrund seiner Verletzungen wurde derjenige, auf den die Dreier-Gruppe es abgesehen hatte, in einem Rettungswagen behandelt. 

Verletzter verlässt Rettungswagen und bewaffnet sich

Auf eigenen Wunsch wollte der Mann nicht behandelt werden und verließ den Rettungswagen. WA-Informationen zufolge habe er daraufhin seine Wohnung, die in unmittelbarer Tatortnähe liegt, aufgesucht, sich dort mit einem Messer bewaffnet, sei zurückgekehrt und habe mehrfach auf einen der Angreifer eingestochen. 

Polizisten versuchten beide Parteien zu trennen, einer von ihnen griff zur Waffe und schoss den Messer-Angreifer an. Er und der Mann, auf den er zuvor eingestochen hatte, schweben in Lebensgefahr.

Mehrfach wurde von der Polizei Verstärkung nachgefordert, auch eine Einsatzhundertschaft aus Münster rückte an. Offiziell bestätigte Informationen zum Vorfall gibt es noch nicht.

Eine Mordkommission wurde eingerichtet und soll den Tatort noch am Abend in Augenschein nehmen.

Hintergrund der Auseinandersetzung war offenbar ein Streit unter Königsstraßen-Anliegern südländischer Herkunft. Dieser Streit brodele bereits seit Wochen, auch die Polizei sei deswegen schon mehrmals im Einsatz gewesen, berichteten Zeugen. 

Zufallsbegegnung soll Auslöser gewesen sein

Die Auseinandersetzung am Freitagabend war offenbar der bisherige Höhepunkt des Anlieger-Streits. Er soll durch eine Zufallsbegegnung zustande gekommen sein. 

Polizeihubschrauber kreiste über der Innenstadt

Zwei Notärzte und zwei Rettungswagen waren vor Ort. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Viertel. 

Das spanische Restaurant, in dessen Nähe der Polizeieinsatz stattfand, steht in keinem Kontakt zu der Auseinandersetzung.

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