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Nordringpark: „Soziale Kontrolle reicht nicht“ - Ruf nach mehr Aufpassern

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Von: Frank Osiewacz

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IN großer Zahl waren Kräfte der Hammer Polizei am Mittwoch im Bereich des Szenetreffs im Nordringpark unterwegs.
Immer wieder kreuzt die Polizei mit mehr oder weniger großer vielen Beamten im Nordringpark auf. © Hanneken

Der schmucke Nordringpark steht kurz vor der Fertigstellung und Eröffnung. Dass die Situation rund um den Szenetreff bleiben soll wie sie ist, stört in Hamm nicht nur potenzielle Nutzer.

Hamm - Der nachhaltig umgebaute Nordringpark soll ein Ort der Begegnung und für Familien sein und die Kanalkante auf attraktive Art mit der Innenstadt verbinden. Dass manche Form von Begegnung ordnungspolitische Maßnahmen nach sich zieht, passt so gar nicht ins heile Bild. Vermeiden lassen wird sich ein verstärktes Auftreten von Ordnungsdienst und Polizei nach Meinung von Bezirksbürgermeisterin Stefanie Baranski aber nicht. Denn – so ihre Auffassung – allein über ein Plus an sozialer Kontrolle wird sich das Thema Szenetreff kaum regeln lassen.

Familien, spielende Kinder und Schülergruppen, die den Park frequentieren – das passt nach Meinung der Bezirksbürgermeisterin nicht zusammen mit einer Junkie- und Trinkerszene, der hier bisher Raum für ihre Treffen gegeben worden ist. Schon einmal hatte Baranski im vergangenen Jahr gefordert, der Treff müsse verschwinden, stieß mit ihrer Auffassung aber auf wenig Gegenliebe.

Stefanie Baranski, Bezirksbürgermeisterin in Hamm-Mitte.
Stefanie Baranski: „Es muss eine zentrale Anlaufstelle geben. Ob sie von allen angenommen wird, ist eine andere Frage.“ © Andreas Rother

Bürgermeisterin bringt Glasverbot ins Spiel

In der Fortschreibung des Wohnungsnotfallhilfekonzepts im Herbst 2021 fanden sich zweifellos wichtige Punkte wie ein Hygieneraum, eine zentrale Unterkunft beziehungsweise ein Gasthaus für Wohnungslose sowie mehr Sozialarbeiter wieder, eine Verlegung des Szenetreffs war aber politisch nicht gewünscht, sicher auch in Ermangelung von Alternativen.

Denkbar sei ein Glasverbot wie an anderen Orten und zu bestimmten Anlässen, sagt Baranski. Ob das zielführend ist? Natürlich weiß sie, dass eine solche Maßnahme nur greift, wenn sie konsequent umgesetzt wird. Dafür braucht es Ordnungspersonal, das regelmäßig vor Ort ist.

„Es muss eine zentrale Anlaufstelle geben“

Handlungsbedarf sieht die Bezirksbürgermeisterin für eine zentrale Notunterkunft, eine Art „Gasthaus“ wie in der Dortmunder Innenstadt. Dies haben sich Vertreter von Trägern und der Stadt zum Jahresbeginn angesehen. Möglicherweise hat es Modellcharakter für Hamm. „Intern laufen viele Gespräche dazu“, sagt Baranski.

„Es muss eine zentrale Anlaufstelle geben. Ob sie von allen angenommen wird, ist eine andere Frage. Hilfe muss auch zugelassen werden. Aber wir müssen zumindest diese Option schaffen.“ Wie eine Trägerschaft aussehen kann und wer Betreiber sein könnte, dazu wollte sich Baranski in den laufenden Gesprächen erwartungsgemäß nicht äußern.

Wollte man spekulieren, könnte es ja auch ein Zusammenschluss sein. Das Netzwerk ist groß genug dafür.

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