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Seltener Porsche in Hamm gestohlen - „Wer macht denn sowas ...?“

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Von: Gisbert Sander

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Dieser Porsche wird in Hamm vermisst.
Dieser Porsche wird in Hamm vermisst. © privat

Unbekannte haben aus einer Tiefgarage in Hamm einen seltenen, 100.000 Euro teuren Porsche Targa gestohlen. Dessen Besitzer ist bestürzt. Er fragt: „Wer macht denn sowas ...?“

Hamm - Knallrot ist der Porsche 911, Typ 964, in Carrera- und Targa-Ausführung im Wert von rund 100.000 Euro, der aus der Tiefgarage des Seniorenzentrums An St. Agnes gestohlen worden ist. „Wer macht denn sowas?“, fragt sich der Besitzer Frank A..: Denn der Oldtimer hat echten Seltenheitswert: In seinem Baujahr 1991 wurden gerade einmal 514 Exemplare gebaut, 1992 folgten nochmals 161. Dazu handelt es sich um einen Re-Import aus den USA inklusive Tacho mit Meilen-Angabe, aktueller Stand: fast 41.000.

Der 54-jährige A. wollte den Porsche am Sonntag um 7.45 Uhr für eine Ausfahrt um den Möhnesee abholen, doch der Stellplatz war leer. „Da habe ich erstmal große Augen gemacht“, sagt er. Erst Anfang April hatte er den Oldtimer mit Saisonkennzeichen (HAM-T 964) aus dem Winterschlaf geweckt und durch den TÜV gebracht – natürlich problemlos. Zuletzt gesehen hat er ihn Ende Mai: „Ich verschaffe ihm jeden Monat wenigstens eine Bewegungsfahrt. Das war dann wie ein Tag Urlaub.“

Zukunft innerhalb der Familie schon geplant

2009 hatte Frank A.. den Porsche bei einem Händler gekauft: „Das ist der Traumwagen meiner Jugend, den ich mein ganzes Leben lang fahren wollte.“ Und das, obwohl das Modell 964 wegen der hohen Wartungskosten seinerzeit bei Porsche-Fahrern nicht so beliebt gewesen sei. 31.000 Euro habe er sich seinen Traum damals kosten lassen – bei einem Meilenstand von ebenfalls 31.000.

Ein Gutachter habe ihm bescheinigt, da „eine Perle“ zu haben, so gut sei der Allgemeinzustand. Trotzdem habe er ihn damals „auf links gedreht“, weil die Zukunft des roten Flitzers innerhalb der Familie schon geplant war: Der Sohn sollte ihn einmal erben, und seine Tochter wollte ihn als Brautauto.

Der Targa stand in einer Tiefgarage am Nordenwall.
Der Targa stand in einer Tiefgarage am Nordenwall. © privat

Hoffnung in die Fahndung der Polizei

Darum habe er nochmal rund 60.000 Euro in den Targa mit herausnehmbarem Dachteil investiert: Selbst die Hohlräume wurden endoskopiert, um eventuelle Roststellen auszumerzen. Und die Historie für den Allrad-Boliden mit 3,6 Litern Hubraum und 250 PS ist inklusive sämtlicher Werkstattrechnungen und Frachtpapieren für die Verschiffung lückenlos dokumentiert.

Ob er sich wieder einen Oldtimer zulegen wird? Erst einmal setzt er Hoffnung in die Fahndung der Polizei (Hinweise: Telefon 02381/916-0, E-Mail hinweise.hamm@polizei.nrw.de). Dann bewundert er als ehrenamtlicher Helfer bei der Oldtimerrallye „Hamm erFahren“ seine Kollegen. A.: „Und dann ist das genau wie bei einem Hund, der stirbt: Da braucht man Abstand, bevor man überlegt, etwas Neues anzuschaffen.“

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