Hauptsache kaputt machen?! Reifenstecher schon lange auffällig

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Besudelte Geldautomaten an der Bismarckstraße. War es auch der Reifenstecher?

Hamm-Westen - Der vor gut einem Monat von der Polizei dingfest gemachte mutmaßliche Reifenstecher aus dem Hammer Westen hat offensichtlich schon seit Februar 2016 – und damit deutlich länger als bislang bekannt – sein Unwesen in der Stadt getrieben.

Jetzt musste sich der 57-jährige Hammer vor dem hiesigen Schöffengericht verantworten. Sachbeschädigung lautete auch hier der Hauptvorwurf wegen Taten, die zwischen Februar 2016 und Januar 2017 begangen worden waren. So soll der 57-Jährige schon damals unter anderem Geldautomaten mit Farbe beschmiert, das Schließsystem an einem Penny-Markt beschädigt und im Heessener Obi-Baumarkt Garten-Grills zerkratzt  haben. Ebenso soll er versucht haben, an einem Auto die Reifen zu zerstechen.

Symbolfoto

Mehrere tausend Euro soll der Sachschaden in diesen Fällen betragen haben. Eine Vielzahl weiterer Vorgänge befindet sich derzeit noch in den Akten der Staatsanwaltschaft und der Polizei. So soll der 57-Jährige noch weitere Geldautomaten beschmiert und teils Totalschäden der Geräte verursacht haben. Ebenso soll er Fensterscheiben und Gebäude beschädigt und in den vergangenen Monaten rund 30-mal die Reifen von geparkten Autos zerstochen haben. Der Gesamtschaden soll sich auf viele tausend Euro belaufen.

Reifenstecher-Serie: Polizei nimmt 57-Jährigen fest

Strafrechtlich wird er dafür mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu belangen sein. In der Verhandlung am Mittwoch wurde der Eindruck, den zuletzt auch die Ermittler der Polizei gewonnen hatten, dass nämlich der Angeklagte offenbar unter einem massiven Verfolgungswahn leidet und psychisch krank ist, bestätigt. Ein Gutachter erklärte den 57-Jährigen, der die Vorwürfe größtenteils einräumte, im Prozess für nicht schuldfähig.

Das Hammer Gericht verwies den Fall daraufhin zuständigkeitshalber an das Dortmunder Landgericht. Dort muss nun von einer Großen Strafkammer entschieden werden, ob der 57-Jährige dauerhaft in einer geschlossenen Psychiatrie unterzubringen ist.

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